TAP-Skandal: Portugiesischer Minister für Infrastruktur zurückgetreten

In einem Skandal um die portugiesische Fluggesellschaft TAP muss sich Ministerpräsident Antonio Costa bald einem Misstrauensvotum stellen. Auch der Minister für Infrastruktur Pedro Nuno Santos ist bereits zurückgetreten. Hintergrund ist eine umstrittene Abfindung bei der Fluggesellschaft TAP, die mehrheitlich dem Staat gehört. Nuno Santos' Ressort verantwortet die Fluggesellschaft. Mit seinem Rücktritt übernimmt er die politische Verantwortung für den Skandal.

Dieser dreht sich um Alexandra Reis, eine Staatssekretärin im Finanzministerium, die am Mittwoch entlassen wurde. Sie war bis Februar im Vorstand von TAP gewesen, bevor sie wegen einer Umstrukturierung frühzeitig gehen musste. Weil ihr Vertrag noch zwei Jahre lief, erhielt sie eine halbe Million Euro als Abfindung.

Nur wenige Monate später wurde sie zur Leiterin der staatlichen Flugsicherung NAV ernannt, bevor sie im Dezember als Staatssekretärin ins Finanzministerium wechselte.

Die Oppositionsparteien haben die laxe Einstellungspraxis der Regierung scharf kritisiert und gefordert, dass Reis entlassen und das von TAP gezahlte Geld zurückerstattet wird, da sie ihren Posten als Vorstandsmitglied im gegenseitigen Einvernehmen verlassen hatte.

Der Skandal, der eine heftige Kontroverse in Portugal auslöste, hat die Regierung des Sozialisten Costas in Verlegenheit gebracht. Laut Medienberichten wusste der nun zurückgetretene Minister für Infrastruktur von der Summe, die Reis beim Ausscheiden aus dem TAP-Vorstand erhalten hatte.