Tankflugzeug der Bundeswehr aus Incirlik nach Jordanien verlegt

Der Bundestag hat sich hinter die Regierungspläne für eine Verlegung der Bundeswehr vom türkischen Incirlik nach Jordanien gestellt. Ein Antrag der Koalition dazu wurde mit großer Mehrheit angenommen. Grüne und Linke forderten einen sofortigen Abzug

Im Zuge des Abzugs vom türkischen Stützpunkt Incirlik ist ein Tankflugzeug der Bundeswehr am Sonntag nach Jordanien verlegt worden. Von dort werde es in den nächsten Tagen seine Flüge wieder aufnehmen, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Airbus-Maschine betankt Flugzeuge für den internationalen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak.

Wegen eines Streits mit der türkischen Regierung um Besuchsrechte deutscher Abgeordneter bei Bundeswehrsoldaten auf dem Stützpunkt Incirlik hatte die Bundesregierung Anfang Juni die Verlegung des Bundeswehr-Kontingents auf den jordanischen Stützpunkt Muwaffak Salti bei Al-Asrak beschlossen. Schritt für Schritt wird seitdem das umfangreiche Material für den Einsatz nach Jordanien verlagert. Die Bundeswehr hatte bisher rund 260 Soldaten in Incirlik stationiert.

Die in Incirlik stationierten Tornado-Aufklärungsflugzeuge sollen noch bis Ende Juli von dem türkischen Standort aus ihre Überwachungsflüge über dem Irak und Syrien fliegen. Sie sollen dann vorübergehend nach Deutschland zurückkehren und erst nach Jordanien gebracht werden, wenn die Basis dort voll einsatzbereit ist, wie der "Spiegel" am Sonntag berichtete. Spätestens ab Oktober sollen die Tornado-Flugzeuge dann wieder Bilder liefern.