Tampons für alle: Darum gibt es in Schottland jetzt Hygieneartikel gratis

Nicht jedes Mädchen in Schottland kann sich Hygieneprodukte leisten. (Bild: ddp Images)

Es ist ein Problem, über das Betroffene nicht gerne sprechen: Teilweise kommen Mädchen in Großbritannien während ihrer Periode nicht zur Schule, weil sie kein Geld für Tampons oder Binden haben. Daher startet die schottische Stadt Aberdeen nun ein Pilotprojekt für kostenlosen Zugang zu Hygieneartikeln.

In Großbritannien gibt es den Begriff der „Period Poverty“ (dt.: Perioden-Armut) schon länger. Das Phänomen, dass Mädchen und Frauen aus Geldknappheit mit anderen Hilfsmitteln zurechtkommen müssen, ist dort bekannt. Teilweise behelfen sie sich mit Socken, Klo- oder sogar Zeitungspapier, um die Regelblutung aufzufangen.

Aus diesem Grund wird im schottischen Aberdeen nun dafür gesorgt, dass Frauen und Mädchen ein Recht auf kostenfreien Zugang zu Tampons und Binden bekommen. Ewan Gunn ist Leiter des sechsmonatigen Pilotprojekts und sagte im „BBC Radio Scotland“: „Für mich persönlich kam das Thema vor ein paar Jahren in den Fokus, als ein Mädchen Essen bei uns holen wollte. Sie verweigerte die angebotenen Hygieneartikel, weil sie keine Periode mehr hatte. Der Grund: Sie litt seit Monaten an Mangelernährung.“

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Viele Schülerinnen in Schottland sind zu arm, um sich Tampons zu leisten. (Bild: AP Photo)

Zunächst werden drei Mittelschulen, eine Hochschule und mehrere Wohltätigkeitsorganisationen finanzielle Mittel für Hygieneprodukte bekommen, um diese dann an die betreffenden Personen weitergeben zu können.

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Er und andere engagierte Politiker wollen nun eine langfristige Initiative starten, die landesweit dafür sorgt, dass diese Mädchen und Frauen diese Hygieneartikel gratis bekommen, auch unabhängig von ihrem Einkommen. Bisher sei das Projekt weltweit leider eine Seltenheit, so Gunn im „BBC Radio Scotland“. Dabei bräuchten Frauen und Mädchen auch in vielen anderen Teilen der Welt diesbezüglich Unterstützung.

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