Take-Two schießt nach Q-Zahlen durch die Decke

Benedikt Kaufmann
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Wenn Profitgier die Kunden vergrault – Electronic Arts, Take-Two und Activision unter Druck

Take-Two überrascht mit starken Quartalszahlen und überflügelte die Erwartungen der Analysten. Das große Highlight: Dank der weiterhin starken Verkäufe von GTA Online und NBA2K 2017 verzeichnete Take-Two einen ordentlichen Gewinn, ohne im vergangenen Quartal neue Spiele zu veröffentlichen.

Take-Two erzielte im ersten Quartal (Ende 30.Juni) Umsätze von 418 Millionen Dollar – die Analysten erwarteten nur 281 Millionen Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal ergibt sich damit ein Umsatzplus von 34 Prozent. Auch der erwirtschaftete Gewinn überzeugte: Wo vor einem Jahr noch ein Verlust vermeldet wurde, steht heute ein Nettogewinn von 60 Millionen Dollar, beziehungsweise 0,56 Dollar je Aktie.

Das starke Quartalsergebnis erstaunte Anleger und Analysten, denn Take-Two veröffentlichte in den vergangenen Monaten keine neuen Spiele. Das zeigt, dass die Top-Spieletitel GTA Online, Mafia III und NBA2K 2017 auch lange Zeit nach ihrem Erscheinen noch Erfolg haben. Sicherlich lassen sich ein gewisser Entwicklungszyklus und damit einhergehende Umsatzschwankungen bei einem „kleinen“ Spieleentwickler wie Take-Two nicht vollständig vermeiden. Dennoch sehen die Anleger eine Abschwächung dieser produktbedingten Volatilität gerne.

Ein besonders umsatzstarkes Quartal dürfte das Frühjahr 2017 werden, denn im ersten Quartal steht der Release von Red Dead Redemption 2 an. DER AKTIONÄR rechnet hier mit 30 Millionen verkauften Kopien in den ersten zwei Jahren. Abseits traditioneller AAA-Titel setzt Take-Two auf die Facebook- und Mobile-Spiele des im Februar aufgekauften Spieleentwickler Social Point, um sich Anteile am rasant wachsenden Mobile-Markt zu sichern. Auch beim Zukunfts-Trend E-Sports mischt der Konzern mit: die eigene NBA2K-Liga soll nächstes Jahr starten.

Das starke Spieleportfolio und die überzeugende Pipeline dürfte Take-Two weiter antreiben. Riskanter als die Konkurrenten Electronic Arts und Activision Blizzard, bietet Take-Two jedoch auch etwas mehr Potential für Kursgewinne.