Take-Two im Rallyemodus

Benedikt Kaufmann
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Activision Blizzard, Electronic Arts und Take-Two – die Großen sind Top

Ein Kursplus von rund 70 Prozent seit der Erstempfehlung im AKTIONÄR in Ausgabe 07/2017 und ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht. Während 2018 „Red Dead Redemption 2“ für volle Kassen bei Take-Two sorgen dürfte, bleiben 2017 die Sportspiele der neuen Konsolengenerationen der große Umsatztreiber.

Die Geschäfte bei Take-Two laufen hervorragend. Für das laufende Jahr erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 2,19 Dollar. Damit wäre die Aktie mit einem 2017er KGV von 46 bewertet. Im Peergroup-Vergleich wirkt das teuer. Wird das Wachstum jedoch bestätigt und werden gemäß der Prognose im Jahr 2018 zwischen 4,35 und 4,65 Dollar erzielt, halbiert sich das 2018er KGV entsprechend.

Neue Spiele für alle Plattformen

Der große Umsatz- und Gewinntreiber 2018 dürfte „Red Dead Redemption 2“ werden – doch auch abseits der AAA-Titel ist das Spieleportfolio gespickt mit potenziellen Verkaufsschlagern. Starke Zahlen dürften die Fortsetzungen der Sportspiele WWE2K und NBA2K aufweisen – die primär auf Konsolen vertretenen 2K-Titel profitieren von neuer Hardware. So sind die Playstation 4 Pro, die Xbox One X und die Nintendo Switch neu am Markt.

Während Take-Two bereits für die Vorgängerkonsolen von Sony und Microsoft Videospiele produziert hat, stellte das Entwicklerstudio für die Vorgänger der Switch keine Spiele zur Verfügung. So erreicht der Spielehersteller mit seinen aktuellen Titeln eine vorher nicht abgedeckte Zielgruppe. Take-Two-Chef Strauss Zelnick sagte in einer Analystenkonferenz: „Wir erwarten, dass sich die Verkäufe der Nintendospiele auch weiterhin hervorragend entwickeln.“

Top-Aussichten

Über die nächsten fünf Jahre erwarten Analysten ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 23,6 Prozent jährlich – die operativen Gewinne sollen im Jahresdurchschnitt um 35 Prozent pro Jahr ansteigen. Zudem schafft es Take-Two dank der Vermarktung von DLCs und Ingame-Items die Lebensdauer ihrer Spiele zu verlängern und somit die Einnahmen konstanter über das Jahr zu verteilen. Eine starke Entwicklung für den Konzern, denn weniger schwankende und damit vorhersehbarere Quartalsergebnisse machen die Aktie für eine größere Zahl an Investoren interessant.

Zusätzlichen Schwung könnte Take-Two am Freitag aufnehmen. Dann findet die jährliche Hauptversammlung statt. DER AKTIONÄR bleibt beim Kursziel von 96,00 Euro und rät, die Gewinne laufen zu lassen.