Taiwanerin nach Brand in Wohnhaus mit 46 Toten zu lebenslanger Haft verurteilt

Zehn Monate nach einem Brand in einem 13-stöckigen Wohnhaus im Süden Taiwans mit 46 Toten und 41 Verletzten ist eine Frau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Kaohsiung sprach die 51-Jährige am Freitag wegen Brandstiftung und fahrlässiger Tötung schuldig. Eine Verurteilung wegen Mordes lehnte das Gericht ab, da die Frau ihre Nachbarn nicht vorsätzlich getötet habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess eine Verurteilung wegen Mordes und die Todesstrafe beantragt. Sie warf der Frau vor, das Feuer absichtlich gelegt zu haben. Damit habe die 51-Jährige sich an ihrem Freund rächen wollen. Die Frau hatte ihn verdächtigt, sie betrogen zu haben.

Die 51-Jährige hatte nach Angaben der Behörden im vergangenen Oktober beim Verlassen ihrer Wohnung nicht gelöschte Asche von Räuchermittel auf dem Sofa zurückgelassen. Die Flammen breiteten sich anschließend über Stunden auf mehreren Etagen in dem baufälligen Wohnblock aus.

Das Unglück in Kaohsiung hatte eine Debatte über unzureichende Sicherheitsstandards und die schlechten Lebensbedingungen vieler älterer Menschen in Taiwan ausgelöst. Das Gebäude gehörte zu einem heruntergekommenen Wohnblock, in dem viele Wohnungen leer standen. Bei vielen Opfern des Brandes handelte es sich um ältere Menschen mit geringem Einkommen, darunter Demenzkranke und Behinderte. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

mh/mid

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