Taiwan vergibt Kredite an litauische Firmen wegen Streits mit China

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Taiwans Vertretung in Litauen (AFP/PETRAS MALUKAS)

Taiwan hat vom diplomatischen Streit mit China stark betroffenen litauischen Unternehmen weitere finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Die Regierung in Taipei kündigte am Dienstag die Vergabe von Krediten in Gesamthöhe von einer Milliarde Dollar (880.000 Millionen Euro) für Projekte an, "die der industriellen Entwicklung zwischen Taiwan und Litauen zugute kommen können". Vergangene Woche hatte sie bereits einen rund 176 Millionen Euro umfassenden Investitionsfonds für das baltische Land aufgelegt.

Litauen steht unter starkem wirtschaftlichen Druck, seitdem China mit Vergeltungsmaßnahmen auf die Eröffnung einer taiwanischen Vertretung unter eigenem Namen in Vilnius im November reagiert hatte. Offiziell stufte China lediglich die diplomatischen Beziehungen zu Vilnius herab. Litauische Unternehmen mit Verbindungen in die Volksrepublik klagen jedoch über massive Handelsbeschränkungen.

Litauens Präsident Gitanas Nauseda hatte die Eröffnung der taiwanischen Botschaft unter dem Namen "Taiwans Vertretungsbüro" daraufhin vergangene Woche als "Fehler" bezeichnet. Der taiwanische Regierungsvertreter Kung Ming-hsin versicherte am Dienstag, Taiwan werde "sein Bestes tun", um litauische Unternehmen zu unterstützen, die von dem Konflikt mit Peking betroffen sind.

Nach jahrzehntelangem Druck aus China erkennen nur noch wenige Länder Taiwan offiziell als Staat an. Zuletzt hatten sich jedoch auch andere osteuropäische Länder wie Tschechien und die Slowakei trotz Chinas Protest wieder an Taipeh angenähert. Litauen plant, in den kommenden Monaten ein eigenes Handelsbüro in Taiwan zu eröffnen.

In den vergangenen Monaten hatten die Spannungen zwischen Peking und Taipeh erneut erheblich zugenommen. Peking droht damit, die demokratisch regierte Insel notfalls mit Gewalt mit dem kommunistischen Festland zu vereinigen. Die Schutzmacht USA stellt sich hinter die Regierung in Taipeh.

pe/gt

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