Taifun "Hato" reißt in Macau und Hongkong mehrere Menschen in den Tod

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Sturm in Hongkong

Der mächtige Taifun "Hato" hat an Chinas Küste schwere Zerstörungen angerichtet und mindestens vier Menschen in den Tod gerissen. In der Casino-Metropole Macau kamen nach Behördenangaben am Mittwoch mindestens drei Menschen durch den Sturm ums Leben, in Hongkong starb ein Mann durch einen Sturz ins Meer. Wegen "Hato" wurden in den beiden chinesischen Sonderverwaltungszonen hunderte Flüge gestrichen und der Fährverkehr eingestellt.

Bei den Todesopfern in Macau handele es sich um drei Männer im Alter zwischen 30 und 65 Jahren, teilten die Behörden mit. Einer von ihnen wurde demnach von einer umstürzenden Mauer getroffen, einer stürzte von einem Balkon und der dritte wurde von einem Laster erfasst. Zwei weitere Menschen wurden vermisst.

In Hongkong stürzte ein 83-Jähriger ins Meer, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 80 Menschen ließen sich wegen Verletzungen durch den Sturm im Krankenhaus behandeln.

Medien zeigten überflutete Autos und Bewohner von Macau, die durch das schlammige Wasser auf den überschwemmten Straßen schwammen. Wegen des Sturms kam es bis zum Abend zu Stromausfällen, viele Touristen saßen in Macau fest.

Ein Mitarbeiter eines großen Betreibers von Casino-Resorts in Macau sagte, viele der zahlreichen Sommer-Gäste säßen nun fest. "Alle Transporte - in der Luft, am Boden, zu Wasser - wurden ausgesetzt, deswegen können Kunden, die ausgecheckt haben, noch nicht abreisen." Am internationalen Flughafen von Macau wurden 50 Flüge gestrichen.

Ein Bewohner von Macau klagte, die Behörden hätten nicht ausreichend vor "Hato" gewarnt. Nun sei die Stadt "total verloren" in dem Sturm, sagte der 31-jährige Brian Chan. "Einige haben keine Trinkwasserversorgung. Die Stadt sieht aus wie nach einem Angriff", sagte Harald Bruning von der Zeitung "Macau Post", der Nachrichtenagentur AFP.

An Hongkong zog "Hato" in einer Entfernung von etwa 60 Kilometern vorbei. Dennoch war er so stark, dass er dort Bäume und sogar Baukräne umknickte. Das Wetteramt stufte "Hato" als Sturm der höchsten Kategorie 10 ein. Dies war in den vergangenen 20 Jahren erst zwei Mal vorgekommen.

Gegen Mittag (06.00 Uhr MESZ) traf der Taifun in der südchinesischen Stadt Zhuhai auf Land. Im Vorfeld waren in Südchina tausende Menschen in Sicherheit gebracht worden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die Sturmböen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 207 Stundenkilometern. An Hongkongs Küsten türmte der Taifun meterhohe Wellen auf, einige Stadtgebiete standen knietief unter Wasser. Umgestürzte Bäume machten einige Straßen unbefahrbar.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific teilte mit, dass fast alle Flüge vor 17.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) ausfielen. Andere Fluggesellschaften folgten diesem Beispiel. Es seien bereits 450 Flüge gestrichen worden, teilten die Behörden mit. Der Fährverkehr in Hongkong und die Express-Zugverbindung zum Flughafen der Stadt wurden ausgesetzt, der Metro- und Busverkehr eingeschränkt.

Von Juli bis Oktober wüten rund um Hongkong regelmäßig Taifune. Der schwerste Sturm hatte 1962 in der Stadt 130 Menschen getötet und 72.000 Einwohner obdachlos gemacht. Seitdem wurde der Schutz vor Unwettern deutlich verbessert.