Tah: Darum ist Boateng mein Vorbild

Lukas Rott
Jonathan Tah spielt seit 2015 für Bayer Leverkusen

Am 9. Spieltag gewann mit dem FC Bayern letztmals ein Tabellenzweiter. In der 20. Runde schickt sich Bayer Leverkusen an, diesen kuriosen Fluch zu durchbrechen.

Im SPORT1-Interview erklärt Innenverteidiger Jonathan Tah vor dem Spiel gegen Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr im LIVETICKER) das Leverkusener Erfolgsgeheimnis.

Außerdem spricht der 21-Jährige über das Ziel Europapokal, seinen Traum von der WM und sein Vorbild Jerome Boateng.

Jonathan Tah über …

… die Leverkusener Formstärke:

"Ich glaube, die Stärke kommt vom Kopf. Wir sind mental anders eingestellt. Sind mehr da, wollen mehr. Das hilft uns gerade, um unsere Qualität auf dem Platz umzusetzen. Am Anfang haben wir gute Spiele gemacht aber leider die Punkte nicht geholt und jetzt sind wir eben noch kaltschnäuziger geworden, auch vor dem Tor. Wir spielen uns einfach mehr klare Abschlüsse heraus, erzielen folglich mehr Tore und gewinnen somit die Spiele."

… die Arbeit mit Heiko Herrlich:

"Er ist nie zufrieden und er vermittelt uns auch, nie zufrieden zu sein. Auch wenn wir ein gutes Spiel gemacht haben, gab es immer noch Dinge, an denen wir arbeiten mussten.  Und genau diese Dinge zeigt er uns in solchen Situationen, damit wir nicht denken, wir sind die Könige, nur weil wir vom Ergebnis her ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen immer weiter an uns arbeiten und hungrig bleiben."


… Tabellenplatz zwei:

"Ob wir ihn halten können wird man sehen. Klar ist, dass es jetzt eine andere Situation ist als vorher. Alle schauen jetzt von unten nach oben. Es ist auch eine gefährliche Situation. Wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen, denn es gibt einige Mannschaften die punktgleich oder knapp dran sind. Mit einem Spiel kann man wieder ganz woanders landen. Wir dürfen uns auf den Platz nicht zu viel einbilden, müssen einfach unser Ding weiter durchziehen und konstant bleiben."

… die Bedeutung, sich wieder für den Europapokal zu qualifizieren:

"Das wäre sehr wichtig. Das sollte unser Anspruch sein, von jedem hier im Verein."

… die Champions League:

"Champions League ist immer schöner als Europa League."


… seine Verletzung, die ihn die Teilnahme an der U21 EM kostete:

"Es war schon bitter sich am letzten Tag vor der Abreise zur EM zu verletzen. Ich war natürlich traurig darüber, aber andererseits habe ich mir gesagt, das gehört dazu und dann sollte es wohl so sein. Ich habe dann den anderen natürlich den Titel gegönnt und möchte in Zukunft natürlich selbst bei so etwas Großem dabei sein. Eine Chance, zur WM zu fahren, ist auf meiner Position sicherlich schwierig. Alle anderen spielen dort mit ihren Vereinen international und es läuft gut für sie. Deshalb weiß ich, dass es für mich schwierig wird. Ich versuche aber trotzdem weiter meine Leistung zu bringen, es ist noch ein bisschen Zeit bis dahin und dann wird man sehen was passiert."

… das, was er sich von seinem Vorbild Jerome Boateng noch abschauen kann:

"Die Sachen, an denen ich noch arbeiten kann, kann ich mir von ihm abschauen. Dazu zählt sein Aufbauspiel. Ich versuche auch, so gelassen wie er mit schwierigen Situationen umzugehen. Natürlich will ich ihn nicht kopieren, es gibt noch andere Spieler von denen ich mir genauso etwas abschauen kann, aber das hat schon immer gut mit ihm gepasst, weil er ja auch selbst damals in Hamburg war."

… seine Zukunft und das Interesse seitens anderer Klubs:

"Ich freue mich natürlich, mit diesen Vereinen in Verbindung gebracht zu werden, mit denen ich in Verbindung gebracht wurde. Das ehrt mich, aber ich weiß, wo ich jetzt gerade stehe, dass ich noch viel an mir arbeiten muss. Aktuell bin ich hier und auch voll fokussiert auf die Saison und möchte, dass wir nächstes Jahr international spielen. Das ist der einzige Fokus, den ich gerade habe. Das andere Drumherum blende ich eigentlich aus."


… über die Situation bei seinem Ex-Verein Hamburger SV:

"Irgendwie hat man sich daran gewöhnt, dass es in Hamburg so ist. Ich habe es auch selbst erlebt und deswegen kann ich nur jedes Mal wieder sagen, dass ich hoffe, dass es wieder ein bisschen besser läuft und es nicht jedes Jahr so viel Stress im Verein gibt."