Tag Null naht in Südafrika: Kapstadt ohne Trinkwasser

Der Tag Null naht am Kap in Südafrika: der Tag, an dem der Bevölkerung von Kapstadt das Trinkwasser abgedreht wird. Wegen der anhaltenden Trockenheit wurden die Menschen zum Wasser sparen aufgerufen, besonders viel hat das aber nicht gebracht. Viele haben den Aufruf offenbar nicht ernst genommen, im Gegenteil: Trotz leerer Reservoirs horten die Menschen Wasser wie sonst nie.

"Die Menschen haben die Warnungen nicht ausreichend beachtet", sagt der Klimatologe Simon Gear, "deshalb hat die Stadtverwaltung immer strenger reagiert, mit dem Ziel, dass jeder weniger als 50 Liter am Tag verbraucht. Aber wenn man wirklich das Verhalten der Menschen ändern will, muss man an ihre Geldbeutel gehen. Die hohen Wasserpreise, die es jetzt gibt, bewirken wohl mehr als alle Maßnahmen zuvor."

Der Wasserstand in den Stauseen ist bei 26,3 Prozent. Berechnungen gehen davon aus, dass der Verbrauch von 600 Millionen Litern täglich auf 450 Millionen sinken müsste, um den Tag Null zu vermeiden. Sollte das nicht gelingen, würde Wasser unter Aufsicht von Polizei und Militär ausgegeben, 25 Liter pro Person, nur knapp mehr, als die Weltgesundheitsorganisation für Ernährung und Hygiene als notwendig erachtet.

00.23 Simon Gear, Climatologist

Im April, so derzeitige Schätzungen, wird der Tag Null kommen. Die nächste Regenzeit folgt dann erst wieder zwei Monate später. Kapstadt hatte mehr Pech als andere Landesteile, die Trockenheit hier hielt dieses Jahr besonders lange an. Auch in den vergangenen Jahren blieb es am Kap ungewöhnlich trocken.

Warnungen gab es schon früher, Kapstadt wird demnach eine der ersten Metropolen sein, die den Klimawandel direkt zu spüren bekommen. Die Opposition in der Provinz, die Regierungspartei ANC, wirft den Politikern Panikmache vor. Der Tag Null sei eine Erfindung, um den Menschen Angst zu machen.