Tag der Gewalt in Afghanistan

In Afghanistan sind Opfer der Anschläge vom Montag beigesetzt worden. Bei einem Doppelanschlag in der Hauptstadt Kabul waren mindestens 25 Menschen getötet worden. Der erste Anschlag galt offenbar einem Kontrollpunkt in der Nähe eines Geheimdienstgebäudes in der Gegend Shash Darak. Auch die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier sind in der Nähe. Nach Polizeiangaben sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit einem Motorrad in die Luft. Bei den Opfern soll es sich um Zivilisten handeln.

Dann der zweite Anschlag: Reporter eilten zum Ort der Detonation, unter ihnen offenbar auch ein als Journalist verkleideter Attentäter. Der riss noch einmal mehrere Menschen in den Tod. Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen spricht von neun getöteten Kollegen. Es traf sowohl Vertreter afghanischer als auch internationaler Medien. Der sogenannte Islamische Staat reklamierte die Tat für sich.

Der Tod von Journalisten macht in den Medien die Runde, Journalisten berichten über Journalisten, die Botschaften westlicher Länder würdigen eilig Pressefreiheit und Menschenrechte. Aber es sind noch weitere Menschen an diesem Montag in Afghanistan gestorben. Dritter Anschlag: Nahe einer Moschee in der Provinz Kandahar, 500 Kilometer südwestlich von Kabul, zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe. Elf Kinder finden den Tod, außerdem wurden zwei Polizisten und fünf rumänische Soldaten verletzt.

Vierter Anschlag, Provinz Nangarhar: Der Chef der Kriminalpolizei stirbt, der Vizegouverneur und drei weitere Polizisten wurden nach Angaben des Senders Tolo News verletzt.

Die Anschläge in Kabul sind zusammengenommen bereits der achte große Terrorakt in der Haupstadt seit Jahresbeginn. Der Oberkommandierende der NATO in Afghanistan, John Nicholson, verurteilte die Gewalt: Die "Feinde Afghanistans", so Nicholson, könnten nicht gewinnen.