Tag 8 der Berlinale: Ein Regiedebüt, ein Protest und die Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsthematik

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Regisseur Markus Imhoof mit dem Protagonisten Akhet Tewende bei der Premiere seiner Dokumentation „Eldorado“ im Berlinale Palast. (Bild: Getty Images)

Am achten Tag der Berlinale wurde es zunächst ganz schön schlüpfrig. Das lag an einem Wettbewerbsfilm, der für einige Zuschauer die Schamgrenze überschritt. Und so kam es dazu, dass die einen oder anderen den Kinosaal frühzeitig verließen.

Der Film „Touch Me Not“ der rumänischen Filmemacherin und Künstlerin Adina Pintilie eckte an. Für ihr Werk begab sie sich auf eine Reise in die Intimität und beobachtete verschiedene Menschen bei deren sexuellen Praktiken. „Ich wollte herausfinden, was Intimität ist. Es ist eine Forschungsarbeit“, erklärte Pintilie der „dpa“. Diese gefiel nicht jedem, weswegen einige die Aufführung, die nur für Pressevertreter zugänglich war, vor Ende des Films verließen. Die, die blieben, würdigten den Film aber mit starkem Beifall.

Neben schlüpfrigen Geschichten wurde es am Rande der Berlinale auch politisch, nachdem bekannt wurde, dass die Türkei auf eine angebliche Bedrohung durch die Kurden mit dem Einmarsch in Syrien reagiert. Gegen dieses Vorgehen protestieren einige Demonstranten vor einem Veranstaltungsort des Filmwettbewerbs.

Politik und Kunst wurde mit dem Flüchtlingsfilm „Styx“ von Regisseur Wolfgang Fischer vereint. Bei der Berlinale wurde dieser mit dem Heiner-Carow-Preis – vergeben von der DEFA-Stiftung – geehrt. Die Stiftung begründete die Auszeichnung damit, dass der Film tief berührend sei und die elementarsten Fragen der menschlichen Existenz stelle.

Emotional wurde es auch mit dem Wettbewerbsfilm „Eldorado“, der außer Konkurrenz lief. In der Dokumentation blickt der Schweizer Regisseur Markus Imhoof auf die aktuelle Flüchtlingskrise – überfüllte Boote, Todesangst, der Alltag im Aufnahmelager, Schwarzarbeit, Frust, Angst – und verbindet diese mit der Geschichte eines Flüchtlingsmädchens aus der Nachkriegszeit.

Hollywoodstar Idris Elba feierte sein Regiedebüt auf der Berlinale. (Bild: Reuters)

Außerdem wurde das mexikanische Roadmovie „Museum“, in dem zwei Diebe in die Welt der Maya-Ruinen und Acapulco eintauchen, und der englische Film „Yardie“ gezeigt. Mit letzterem feierte der britische Hollywoodstar Idris Elba sein Regiedebüt und erzählt eine Geschichte von verfeindeten Gangs und jamaikanischen Immigranten, die das Straßenbild Londons prägen.

Und wo tummelten sich eigentlich die deutschen Stars? Sowohl Iris Berben, Clemens Schick als auch Daniel Brühl und Politiker Cem Özdemir besuchten die Glashütte Original Lounge im ersten Stock des Grand Hyatt Hotels. Beim Szenetreff anlässlich der Berlinale wurde fleißig genetzwerkt und auf die letzten Berlinale-Tage angestoßen.