Tafeln stehen vor gewaltiger Herausforderung – es sind nicht die Ausländer

Lennart Pfahler
Szene aus einer Dortmunder Tafel.
  • Viele Tafeln in Deutschland haben immer größere Schwierigkeiten, genügend Lebensmittel zu bekommen
  • Die HuffPost hat mit den Helfern in fünf Einrichtungen über ihre Probleme gesprochen

Deutschland im März: Das Land diskutiert über Armut. Darüber, ob Hartz IV ausreicht, um über die Runden zu kommen. Und darüber, welche Aufgabe eigentlich den Tafeln in der Bundesrepublik zukommt.

Vor allem diskutiert Deutschland aber über Flüchtlinge. Seit bekannt wurde, dass die Essener Tafel einen Aufnahmestopp für Ausländer verhängt hat, ist die Armutsdebatte vor allem eine Diskussion über schubsende und drängelnde Asylbewerber in den Schlangen der Hilfseinrichtungen.

Es ist eine Debatte, die wichtig ist – weil viele Helfer aus verschiedenen Städten über ähnliche Erfahrungen berichten.

Doch lenkt sie den Blick auch von einer anderen wichtigen Frage ab: Können sich die Tafeln um die vielen Bedürftigen noch ausreichend kümmern?

In vielen Orten, die besonders von Armut betroffen sind, klagen die Tafel-Einrichtungen zunehmend über Kapazitätsprobleme. Selten haben diese etwas mit Flüchtlingen zu tun.

Oft aber mit etwas anderem: Die Tafeln haben zu wenig Raum, Mitarbeiter – und zunehmend auch zu wenige Lebensmittel, weil die Supermärkte immer weniger Waren aussortieren.

Tafel Sonneberg: “Es ist wirklich schwierig”

Sonneberg in Thüringen, in der Nähe des fränkischen Coburg: Die 23.000-Einwohner-Gemeinde gehört laut dem Finanzreport der Bertelsmann Stiftung zu den ärmsten Kommunen der Region.

Nicole Fleischmann leitet hier die Kreisdiakoniestelle. Sie sagt der HuffPost: “Von den Supermärkten wird spürbar weniger ausrangiert. Erst gestern hat uns ein Markt mitgeteilt, dass wir ab Sommer gar nichts mehr bekommen.”

Die Schlangen vor Tafeln sind oft lang.

Ganz grundsätzlich...

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