T-Mobile US und Sprint beenden Fusionsgespräche

Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche zwischen der Telekom-Tochter T-Mobile USA und dem Konkurrenten Sprint will der japanische Telekommunikationsriese Softbank seinen Anteil an dem US-Anbieter leicht erhöhen

Die Fusionspläne der Telekom-Tochter T-Mobile US und des Wettbewerbers Sprint sind geplatzt. Wie die Deutsche Telekom am Samstagabend in Bonn mitteilte, konnte in den vergangenen Monaten keine Einigung über die Rahmenbedingungen für eine Fusion erzielt werden. Die Gespräche zwischen den beiden Mobilfunkanbietern sowie der Deutschen Telekom und dem japanischen Telekommunikationsriesen Softbank als Mehrheitsaktionäre seien daher beendet worden.

T-Mobile US ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter in den USA, Marktführer sind Verizon Wireless und AT&T, Sprint belegt Rang vier. Eine Fusion hätte den US-Mobilfunkmarkt auf den Kopf gestellt: Zusammen hätten T-Mobile US und Sprint 131 Millionen Kunden gehabt und mit AT&T gleichziehen können.

Die beiden Firmen hatten bereits 2014 über einen Zusammenschluss verhandelt, die Pläne aber wegen Widerstands der US-Wettbewerbshüter gestoppt. Medienberichten zufolge scheiterten die jüngsten Fusionsgespräche daran, dass die Deutsche Telekom auf ihrem Mehrheitsanteil bestand und Softbank die Kontrolle nicht abgeben wollte.

"Wir haben immer gesagt, dass ? unter geeigneten Bedingungen - ein Zusammenschluss von T-Mobile mit einem anderen Unternehmen Kunden zusätzliche Vorteile und allen Aktionären Wertsteigerungs-Perspektiven bieten kann. Diese Bedingungen waren hier nicht zu erreichen", erklärte Telekom-Vorstandschef Tim Höttges.

T-Mobile US habe sich in den vergangenen Jahren "als innovativer Mobilfunkanbieter mit der besten Netzqualität etabliert und damit ein bemerkenswert starkes Wachstum realisiert", erklärte Höttges weiter. In den vergangenen Jahren seien mehr als 40 Milliarden Dollar in das Unternehmen investiert worden, so sei eine starke Basis geschaffen worden, um das Wachstum weiter fortzusetzen.

Mit seinen neu erworbenen Frequenzen könne T-Mobile US nun das Netz weiter ausbauen und auch ländliche Regionen in den USA rentabel erschließen, erklärte Höttges. Neben dem Netzausbau solle auch das Vertriebsnetz deutlich erweitert werden, rund 3000 neue Shops sollten in diesem Jahr eröffnet.

Die Telekom-Tochter hatte bei der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in den Vereinigten Staaten im Frühjahr kräftig zugelangt und sich für eine Summe von umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro 45 Prozent des angebotenen Spektrums gesichert.

Die Deutsche Telekom hält 64 Prozent der Anteile von T-Mobile US. Japans führendes Telekommunikationsunternehmen hatte Sprint vor drei Jahren teuer eingekauft.