Tüv Nord: Mehr Windkraft-Repowering an vorhandenen Standorten nötig

HANNOVER (dpa-AFX) - Beim beschleunigten Ausbau der Windkraft an Land darf nach Auffassung des Tüv Nord der Ersatz oder die Nachrüstung älterer Anlagen nicht vernachlässigt werden. Das sogenannte Repowering biete großes zusätzliches Potenzial, um die Energiewende schneller umzusetzen, sagte der Chef des Prüfkonzerns, Dirk Stenkamp, am Mittwoch. Man dürfe es "nicht aus den Augen verlieren, weil es abseits vom Bau neuer Anlagen eine wichtige Rolle spielen kann".

Der Ökoanteil aus Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraft an der gesamten Stromproduktion in Deutschland soll in den kommenden Jahren deutlich erhöht werden, um die verschärften Klimaziele erreichen zu können. "Die Ausbauziele der Ampel-Koalition sind aus heutiger Sicht sehr ambitioniert und herausfordernd", so der Tüv Nord.

Lange verlief der Ausbau insbesondere der Windenergie sehr schleppend. Ältere Windräder, die meist weniger leistungsstark sind als neue, drohten zwischenzeitlich außerdem ganz aus der Förderung herauszufallen. Diese glich jahrelang die Differenz zwischen festen Einspeisevergütungen und schwankenden Großhandelsstrompreisen aus.

Die EEG-Umlage, die den Ausbau über die Verbraucher mitfinanzierte, fällt in der bisherigen Form zur Jahresmitte weg. Stenkamp forderte, auch für Repowering müsse man neue Anreize schaffen. Überdies sollten

- wie im Anlagenneubau - Genehmigungsverfahren "massiv verkürzt"

werden. Gegen zusätzliche Windparks gibt es oft Widerstand von Anwohnern oder Naturschützern, die Planung ist äußerst langwierig.

Beim Repowering führte 2021 Schleswig-Holstein die Liste der Bundesländer an. Brandenburg lag an der zweiten, Niedersachsen an der dritten Stelle. Nach Angaben des Landesverbands Erneuerbare Energien wurden im Nordwesten - insgesamt wichtigste deutsche Windkraftregion - gerade einmal zwölf Anlagen repowert. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte den Tüv Nord am Mittwoch - dabei sollte es um eine schnellere Energiewende und um Wasserstoff-Technologien gehen.

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