Türkisches Gericht verurteilt Drahtzieher von Reyhanli-Anschlag

In der Türkei ist der Hauptverdächtige im Prozess um den tödlichen Anschlag in Reyhanli zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Ankara befand Nasir Eskiocak schuldig, das Doppelattentat in der südtürkischen Grenzstadt geplant und ausgeführt zu haben, bei dem am 11. Mai 2013 insgesamt 53 Menschen getötet worden waren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete.

Die türkische Regierung wirft der marxistischen Gruppierung Acilciler vor, das Autobombenattentat im Auftrag des syrischen Geheimdiensts ausgeführt zu haben. Die syrische Regierung hat jede Verwicklung bestritten.

Acilciler ist eine Abspaltung der linksextremen Gruppe THKP-C, die vor allem in den 70er Jahren aktiv war. Seit dem Militärputsch von 1980 war sie in der Türkei nicht mehr tätig.

Ihr Anführer Mihrac Ural lebte seitdem in Syrien im Exil. Zum Unmut Ankaras nahm Ural an den Syrien-Gesprächen teil, die im Januar im südrussischen Sotschi organisiert wurden. Die Türkei forderte daraufhin von Russland eine Erklärung, warum der Linksextremist zu der Konferenz eingeladen worden war. In dem Prozess um das Reyhanli-Attentat sind noch 32 weitere Verdächtige angeklagt.