Türkisches Gericht lehnt Freilassung griechischer Soldaten ab

Ein türkisches Gericht hat die Freilassung von zwei griechischen Soldaten abgelehnt, die vergangene Woche bei einer Patrouille an der Grenze auf türkisches Gebiet geraten waren. Das Gericht in Edirne lehnte am Montag den Antrag der Anwälte der beiden Militärs auf Freilassung ab, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Die Justiz hatte am Freitag ihre Inhaftierung wegen "Eindringen in eine militärische Sperrzone" angeordnet.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias sagte vor der Gerichtsentscheidung in Athen, die Türkei sollte "die Regeln des internationalen Rechts anwenden und nicht eine Routineprozedur in ein ernstes rechtliches und politisches Problem verwandeln". Nach griechischen Angaben waren die Männer am Donnerstag während einer Patrouille am Grenzfluss Evros wegen des schlechten Wetters auf türkisches Gebiet geraten.

Der türkische Regierungssprecher Bekir Bozdag sagte am Montag, die griechischen Soldaten seien wegen Verletzung einer Sperrzone in Haft. Ein Austausch gegen in Griechenland inhaftierte türkische Soldaten komme "nicht in Frage". Die Türkei fordert die Auslieferung von acht türkischen Soldaten, die nach dem Putschversuch von Juli 2016 mit einem Helikopter nach Griechenland geflohen waren und dort Asyl beantragt hatten.

Das Verhältnis der beiden Nato-Partner ist seit langem schwierig. Zuletzt gab es mehrere Zwischenfälle an der umstrittenen Seegrenze in der Ägäis. Auch gibt es Streit um Gasvorkommen vor Zypern, an denen die Türkische Republik Nordzypern beteiligt werden will.