Türkischer Geheimdienst holt drei mutmaßliche Gülen-Anhänger aus Gabun

Der türkische Geheimdienst hat drei mutmaßliche Gülen-Anhänger aus dem zentralafrikanischen Gabun in die Türkei gebracht. Die drei Männer seien in einem privaten Flugzeug aus der Hauptstadt Libreville in die Türkei geflogen worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Bei ihnen seien Dokumente der Gülen-Bewegung, große Geldmengen sowie "elektronische Kommunikationsgeräte" gefunden worden.

Die türkische Regierung beschuldigt die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, hinter dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli 2016 zu stecken. Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei mehr als 50.000 Menschen unter dem Verdacht festgenommen, zu der als Terrororganisation verbotenen religiösen Bewegung zu gehören. Zehntausende weitere wurden aus dem Staatsdienst entlassen.

Der türkische Geheimdienst hat seit dem Putschversuch nach Angaben aus Ankara zudem 80 Gülen-Anhänger aus 18 Ländern in die Türkei gebracht. Ankara dringt im Ausland auf die Schließung der Schulen der Gülen-Bewegung und die Auslieferung ihrer Anhänger. Laut Anadolu wurden in Gabun am 23. März mehrere Gülen-Anhänger festgenommen; ob die drei nun überstellten Männer darunter waren, blieb offen.