Türkischer Diplomat widerspricht Bericht über Einsatz chemischer Waffen

Sechs Männer mit Atemnot wurden nach türkischem Beschuss im Krankenhaus in Afrin behandelt

Die Türkei hat nach Angaben aus Diplomatenkreisen "niemals" chemische Waffen in Syrien benutzt. Vorwürfe, dass dies während der Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in der Region Afrin geschehen sei, seien "ohne Grundlage", hieß es am Samstag aus einer türkischen diplomatischen Quelle. Ankara achte bei dem Einsatz mit "äußerster Sorgfalt" auf die Sicherheit von Zivilisten.

Die Stellungnahme aus Ankara folgte auf Aussagen des Leiters des Afrin Krankenhauses im Norden Syriens, Dschiwan Mohammed. Nach seinen Angaben wurden am späten Freitag nach türkischem Beschuss sechs Männer mit Symptomen behandelt, die den Einsatz von Giftstoffen vermuten ließen. "Wir haben ihre Kleidung für Untersuchungen aufgehoben", sagte Mohammed.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von sechs Menschen mit "erweiterten Pupillen" und "Atemnot". Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, konnte die Verwendung von Giftgas jedoch nicht bestätigen. Die Türkei habe "niemals chemische Waffen benutzt", hieß es von Seiten der türkischen Quelle. "Das ist schwarze Propaganda."

Die Türkei hatte im vergangenen Monat die Offensive "Olivenzweig" gegen die YPG gestartet, die Ankara wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation betrachtet. Seit Beginn der Offensive wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mindestens 78 Zivilisten getötet. Die Angaben der oppositionsnahen Einrichtung sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.