Türkischer Amnesty-Präsident muss in Haft bleiben

Der Präsident der türkischen Sektion von Amnesty International muss nun doch in Haft bleiben. Ein Gericht in Istanbul habe am Donnerstag entschieden, dass seine Entscheidung vom Vortag zur Freilassung von Taner Kilic falsch gewesen sei, teilte Amnesty International im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Der Staatsanwalt hatte Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt, den Menschenrechtsanwalt unter Auflagen freizulassen.

Eine zweite Gerichtskammer hatte daraufhin am Donnerstagmorgen entschieden, den Einspruch der Staatsanwaltschaft zuzulassen, und den Fall erneut an die selbe Gerichtskammer zurückverwiesen, die am Mittwoch seine Freilassung angeordnet hatte. Diese Kammer kam nun laut dem Amnesty-Experten Andrew Gardner zu dem Schluss, dass Kilic weiter in Untersuchungshaft bleiben müsse.

Der Menschenrechtsanwalt war im Juni in Izmir unter dem Verdacht festgenommen worden, zur verbotenen Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu gehören, die für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Amnesty hat die Vorwürfe als "unbegründet" zurückgewiesen und der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, keine Beweise vorgelegt zu haben.