Türkische Polizei tötet fünf mutmaßliche IS-Anhänger

Die türkische Polizei hat bei einer Razzia in der zentralen Provinz Konya fünf mutmaßliche Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Die Verdächtigen hätten sich ihrer Festnahme widersetzt, erklärte das Gouverneursamt am Mittwoch. Vier Sicherheitskräfte seien bei den Schusswechseln verletzt worden. Bei weiteren Razzien wurden landesweit mehr als 230 Verdächtige festgenommen.

Laut der Nachrichtenagentur Dogan bestand der Verdacht, dass die Verdächtigen in Konya einen Anschlag auf die Feiern zum Jahrestag des Putschversuchs vom 15. Juli planten. Das Jubiläum des versuchten Staatsstreichs wird am Samstag in Istanbul und Ankara mit verschiedenen Veranstaltungen begangen, an denen die gesamte Staatsführung teilnimmt.

Die Sicherheitsdienste teilten mit, dass am Mittwoch bei weiteren Razzien in 29 Provinzen 233 mutmaßliche IS-Anhänger festgenommen worden seien. Darunter seien 25 Ausländer. Nachdem der Türkei lange vorgeworfen worden war, nichts gegen Anhänger der IS-Miliz zu unternehmen, verschärfte sie seit 2015 ihre Vorgehen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte vergangene Woche, dass bei einem inzwischen beendeten türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien zwischen vergangenem August und März 3000 IS-Anhänger getötet worden seien. Zudem habe die Türkei 5000 Terrorverdächtige abgeschoben und weitere 53.000 Verdächtige an der Einreise gehindert.

In den vergangenen 18 Monaten gab es in der Türkei dennoch eine Reihe von Anschlägen, für die die islamistische Extremistengruppe verantwortlich gemacht wurde. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden bei 14 IS-Anschlägen 304 Menschen getötet. Zuletzt erschoss ein IS-Attentäter in der Neujahrsnacht im Istanbuler Nachtclub "Reina" 39 Menschen.