Türkische Gesetze an neues Präsidialsystem angepasst

Erdogan wird gleichzeitig Staats- und Regierungschef. Foto: Emrah Gurel/AP

Die Türken hatten im April 2017 in einem umstrittenen Referendum knapp für die Einführung eines Präsidialsystems gestimmt.

Istanbul (dpa) - Gut eine Woche nach der Wahl in der Türkei wurden zahlreiche türkische Gesetze mit einem Dekret an das neue Präsidialsystem angepasst. Der Erlass soll nach der Vereidigung des wiedergewählten Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan am Montag in Kraft treten.

Die Befugnisse des Ministerpräsidenten und des Kabinetts wurden in zahlreichen Gesetzen seit der Gründung der Republik auf den Präsidenten übertragen. Im neuen Präsidialsystem gibt es das Amt des Ministerpräsidenten nicht mehr. Erdogan wird gleichzeitig Staats- und Regierungschef.

Erdogan hatte die Präsidentenwahlen am 24. Juni mit nach inoffiziellen Ergebnissen rund 53 Prozent gewonnen. Bei den gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahlen erhielt die Allianz aus Erdogans islamisch-konservativer AKP und der ultranationalistischen MHP die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.