Türkische Autorin Asli Erdogan darf nicht zu Preisverleihung nach Osnabrück

Die mit dem diesjährigen Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnete türkische Autorin Asli Erdogan kann die Auszeichnung wegen Reiserestriktionen nicht persönlich entgegennehmen. Dies teilte die Stadt am Dienstag mit. Nach Angaben ihres Anwalts händigen die türkischen Behörden der 50-Jährigen ihren Reisepass weiter nicht aus, so dass es ihr unmöglich sei, das Land zu verlassen.

Wegen ihrer Arbeit für die prokurdische Zeitung "Özgür Gündem" wirft die türkische Justiz der auch als Journalistin tätigten Erdogan "Terrorpropaganda" vor. Zwischenzeitlich wurde eine Ausreisesperre gegen sie verhängt, die aber im Juni wieder aufgehoben wurde. Nach damaligen Angaben ihres Anwalts benötigt Erdogan aber weiterhin die Erlaubnis des Innenministeriums, um das Land zu verlassen.

Auch die Reise zur einer Preisverleihung in Amsterdam platzte schon. Ein für den Herbst geplanter Prozess gegen Erdogan gilt als Beispiel für die Einschränkung der Meinungsfreiheit unter der islamisch-konservativen Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Die Romane der Schriftstellerin Erdogan wie "Die Stadt mit der roten Pelerine" wurden unter anderem auch ins Deutsche übersetzt.

Nach Angaben der Osnabrücker Stadtverwaltung soll Erdogan während der Preisverleihung im historischen Rathaus am 22. September per Liveverbindung zugeschaltet werden und an einer Diskussion teilnehmen. Die niedersächsische Stadt verleiht den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis seit 1991. Er ist nach dem Autor benannt, der den Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" schrieb.