Türkei weist mutmaßlichen IS-Dschihadisten in die USA aus

Die Türkei hat am Freitag einen mutmaßlichen US-Dschihadisten in die USA ausgewiesen, der tagelang an der Grenze zu Griechenland festsaß. "Der Amerikaner an der gemeinsamen Grenze mit Griechenland ist gerade von Istanbul per Flugzeug in die USA ausgewiesen worden", sagte Innenminister Süleyman Soylu laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Demnach handelt es sich um einen US-Bürger jordanischer Herkunft namens Muhammad Darwis B.

Der Mann war demnach in Syrien unter dem Verdacht festgenommen worden, Verbindungen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu haben. Die Türkei hatte am Montag versucht, ihn nach Griechenland abzuschieben, doch verweigerten die griechischen Behörden ihm die Einreise. Da ihn die Türkei nicht zurückließ, saß er über Tage im Niemandsland fest. Schließlich willigten die USA ein, ihm Reisedokumente auszustellen und ihn zurückzunehmen.

Die Türkei hatte kürzlich angekündigt, verstärkt inhaftierte ausländische Dschihadisten in ihre Heimatländer auszuweisen. So wurde am Donnerstag eine siebenköpfige deutsche Familie aus dem salafistischen Milieu in Hildesheim per Linienflug nach Berlin abgeschoben. Am Freitag sollen zwei weitere deutsche Frauen mit IS-Verbindungen folgen, die in den vergangenen Monaten aus kurdischen Gefangenenlagern in Nordsyrien entkommen waren.