Türkei warnt Bürger vor Reisen in die USA

US-Konsulat in Istanbul

Als Reaktion auf eine Reisewarnung der US-Regierung für die Türkei hat Ankara seine Bürger vor Reisen in die USA gewarnt. Das türkische Außenministerium veröffentliche am Freitag eine Reisewarnung, in der es eine gestiegene Gefahr von "Terrorangriffen" sowie "willkürlichen Festnahmen" hervorhob. Washington hatte am Mittwoch seinerseits vor "Terrorangriffen" und "willkürlichen Verhaftungen" in der Türkei gewarnt.

Das US-Außenministerium riet insbesondere von Reisen in das türkisch-syrische Grenzgebiet und in den Südosten der Türkei ab, wo sich die Sicherheitskräfte regelmäßig Gefechte mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) liefern. Die Warnung erfolgte, nachdem die türkischen Behörden zwei einheimische Mitarbeiter von US-Konsulaten festgenommen hatten. Die Festnahmen hatten im Oktober bereits zu einer Visa-Krise geführt.

Die US-Konsulate in der Türkei hatten nach der Festnahme eines ihrer Mitarbeiter in Istanbul die Ausstellung praktisch aller Visa ausgesetzt. Die Türkei reagierte darauf mit der gleichen Maßnahme. Im Dezember nahmen beide ihre Visa-Dienste wieder auf, nachdem die USA nach eigenen Angaben rechtliche Zusicherungen erhalten hatten. Ankara dementierte aber, Zusicherungen gemacht zu haben.

Auch nach Beilegung des Visa-Streits blieb das Verhältnis der beiden Nato-Partner angespannt. Nach der US-Reisewarnung bestellte das Außenministerium in Ankara am Donnerstag den US-Geschäftsträger ein. Er war erst am Dienstag einbestellt worden, um gegen die US-Militärhilfe in Nordsyrien für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zu protestieren, die Ankara als PKK-Ableger betrachtet.

Die Beziehungen belastet auch ein Urteil eines New Yorker Gerichts, das den türkischen Banker Mehmet Hakan Atilla Anfang Januar der Verletzung der US-Sanktionen gegen den Iran für schuldig befunden hatte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte das Urteil gegen den Halkbank-Vize als Teil einer "Verschwörung" gegen die Türkei. In dem Prozess waren Erdogan und ein früherer Minister persönlich belastet worden.