Türkei-Wahl: In einer Stadt zeigt sich Erdogans verzweifelter Machtkampf

Lennart Pfahler

“Alles verläuft ruhig”, vermeldet die türkische Staatsnachrichtenagentur Anadolu am Sonntagnachmittag über die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen.

Seit 16 Uhr deutscher Zeit sind die Wahllokale geschlossen – und es zeichnet sich immer deutlicher ab: Die Meldung von Anadolu entspricht nicht der Wahrheit.

In der Provinz Erzurum im Osten des Landes forderten gewaltsame Auseinandersetzungen Berichten zufolge sogar Tote. Der Iyi-Partei-Regionalvorsitzende Mehmet Sıddık Durmaz starb laut Informationen der Partei infolge einer Schießerei.

Auch in Suruc, einer Stadt in der Provinz Urfa im kurdisch dominierten Südosten des Landes, kommt es zu mehreren Zwischenfällen. Sie zeugen von einem engen Machtkampf um die Zukunft des Landes, den noch vor wenigen Monaten niemand für möglich gehalten hätte.

Was geschah am Sonntag in Urfa?

► Zuerst taucht ein Video auf, das zeigen soll, wie Unbekannte hunderte Wahlzettel in einem Wahllokal in Suruc in eine Urne werfen. Die Aufnahme verbreitete sich rasant in den sozialen Medien.

► Mehrere CHP-Politiker berichteten in der Stadt von Einschüchterungen. Wahlbeobachter würden an ihrer Arbeit gehindert.

► Politologe Ismaik Kürpeli schreibt in der Tageszeitung “Neues Deutschland” gar: “In Suruc wurden oppositionelle WahlhelferInnen von den schwer...

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