Türkei verlangt von Deutschland Festnahme von Kurdenpolitiker Salih Muslim

Die Türkei verlangt laut Medienberichten von Deutschland die Festnahme des syrischen Kurdenpolitikers Salih Muslim, nachdem er am Wochenende an einer Demonstration in Berlin teilgenommen hat. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag meldete, fordert Ankara die Auslieferung des wegen Terrorvorwürfen gesuchten früheren Ko-Vorsitzenden der syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD).

Muslim war Ende Februar bei einem Besuch in Prag auf Betreiben der Türkei von der tschechischen Polizei festgenommen worden. Die Türkei forderte seine Auslieferung, doch ließ ein tschechisches Gericht ihn unter der Bedingung frei, dass er das EU-Gebiet nicht verlässt. Der einflussreiche Kurdenpolitiker wird von Ankara wegen eines tödlichen Anschlags im Februar 2016 gesucht. Er bestreitet jede Verwicklung in die Tat.

Laut türkischen Medienberichten nahm Muslim, der sich seit langem in der EU aufhält, am Samstag an einer Demonstration in Berlin gegen die türkische Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Afrin teil. Die YPG ist der bewaffnete Arm der PYD. Die Türkei betrachtet sie wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Bedrohung und geht seit Januar militärisch in Syrien gegen sie vor.