Türkei verkündet Prozessbeginn für inhaftierten US-Pastor Brunson

Der in der Türkei inhaftierte US-Pfarrer Andrew Brunson kommt am 16. April in Izmir vor Gericht. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf die Anklageschrift meldete, wird ihm die Unterstützung von zwei Terrororganisationen vorgeworfen. Zudem soll sich der seit 2016 inhaftierte protestantische Geistliche Dokumente zum "Zweck der politischen oder militärischen Spionage" beschafft haben.

Dem US-Bürger drohen im ersten Anklagepunkt bis zu 15 Jahre Haft, im zweiten Punkt bis zu 20 Jahre. Ihm wird insbesondere vorgeworfen, die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen unterstützt zu haben, die für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Auch soll er die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützt haben, die ebenso wie die Gülen-Bewegung in der Türkei als Terrororganisation eingestuft ist.

Die Inhaftierung des Pastors, der mit seiner Ehefrau Norine zwei Jahrzehnte lang eine Kirche in Izmir geleitet hatte, stellt eine erhebliche Belastung für die Beziehungen zu den USA dar. Washington setzt sich seit seiner Festnahme für seine Freilassung ein. Präsident Recep Tayyip Erdogan bot im vergangenen September an, Brunson gegen Gülen auszutauschen, der im Exil in den USA lebt. Gülen bestreitet jede Beteiligung am Putschversuch.