Türkei und Jordanien warnen vor Eskalation

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der jordanische König Abdullah II. haben vor einer Eskalation der Gewalt im Nahen Osten bei einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels gewarnt. «So ein Schritt zur persönlichen Profilierung wird nur in die Hände der Terrororganisationen spielen», sagte Erdogan mit Blick auf entsprechende Pläne von US-Präsident Donald Trump. Keiner habe das Recht, das Schicksal von Milliarden Menschen aufs Spiel zu setzen. Recep Tayyip Erdoğan, türkischer Präsident:

"Ein solcher falscher Schritt kann in der islamischen Welt Empörung auslösen, verbrannte Erde für einen Frieden anrichten und neue Spannungen und Auseinandersetzungen zur Folge haben. Hände weg von irgendwelchen Änderungen des von den Vereinten Nationen wiederholt bestätigten Rechtsstatus Jerusalems."

Erdogan hatte in dem Zusammenhang mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel gedroht und gesagt: «Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime.»

«Die Rechte der palästinensischen Muslime und Christen in Jerusalem zu

ignorieren würde nur den Extremismus weiter anheizen,» warnte König Abdullah II.

Abdullah II., König von Jordanien:

"Es gibt keine Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung und Jerusalem ist der Schlüssel zu jedem Friedensabkommen. Es ist der Schlüssel zur Stabilität der gesamten Region"

In einem beispiellosen Schritt wollen die USA Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkennen. Dies hat ein hochrangiger Regierungsvertreter angekündigt. Trump werde in einer Rede die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem verkünden, die Umsetzung könne aber noch "Jahre" dauern. Weltweit gab es scharfe Kritik an dem Vorgehen der USA.

Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem ihre künftige Hauptstadt. Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs den arabisch geprägten Ostteil der Stadt erobert und später annektiert.

Als Zweistaatenlösung wird eine Lösung des Nahostkonflikts diskutiert, die „zwei Staaten für zwei Volksgruppen“ vorsieht. Dabei wird ein unabhängiger Staat Palästina neben dem Staat Israel westlich des Jordans angestrebt

su mit dpa