Türkei stellt Haftbefehl für früheren CIA-Mitarbeiter Fuller aus

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl für den früheren CIA-Mitarbeiter Graham Fuller wegen des Putschversuchs von Juli 2016 ausgestellt. Der Politikanalyst und frühere Vize-Präsident des US-Geheimdienstgremiums National Intelligence Council werde der Spionage, des Umsturzversuchs und der Verletzung der Verfassung verdächtigt, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag.

Der Haftbefehl ist demnach Teil von Ermittlungen, in deren Zuge auch der bekannte türkische Philanthrop Osman Kavala und der US-Konsulatsmitarbeiter Metin Topuz festgenommen wurden. Zudem wurde kürzlich in dem Zuge auch ein Haftbefehl gegen den ehemaligen Oppositionsabgeordneten Aykan Erdemir ausgestellt, der heute als Politikexperte in Washington tätig ist.

Die Regierung macht die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Gülen lebt seit 1999 in den USA. Fuller sprach sich später dafür aus, ihm eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, eine sogenannte Green Card, zu erteilen, da er keine Bedrohung für die US-Sicherheit darstelle. Regierungsnahe türkische Medien werfen den USA schon lange vor, in den Umsturzversuch involviert gewesen zu sein.

Die Beziehungen der Türkei zu den USA sind seit längerem stark angespannt. Sie werden weiter belastet durch einen Prozess zu umstrittenen Goldgeschäften mit dem Iran, der diese Woche in New York begonnen hat. In dem Prozess sagte der türkisch-iranische Geschäftsmann Reza Zarrab aus, dass der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan von den Geschäften gewusst und sein Wirtschaftsminister selbst davon profitiert habe.