Türkei: Prozess gegen Cumhuriyet-Journalisten beginnt

Die Zeitung soll terroristische Organisationen verteidigt haben.

Seit Monaten gleicht das Redaktionsgebäude der Zeitung „Cumhuriyet“ in Istanbul einer Festung: Absperrgitter vor dem Innenhof, ein privater Sicherheitsdienst, der die Ausweise der Journalisten oder die Namen des Besuchers an der Pforte überprüft, Taschenkontrolle am Eingang. An diesem Tag im Juli patrouillieren zusätzlich Polizisten. Eine Vorsichtsmaßnahme wegen Terrorwarnungen, wie der verantwortliche Redakteur Bülent Özdogan erklärt.

Özdogan leitet die Geschicke der Zeitung, seit ein großer Teil der Führungsriege in Untersuchungshaft sitzt, darunter „Cumhuriyet“- Chefredakteur Murat Sabuncu. Er wurde gemeinsam mit zahlreichen Mitarbeitern Ende Oktober unter Terrorverdacht festgenommen. Im November wurde Haftbefehl erlassen. Inzwischen sitzen zwölf Mitarbeiter der Zeitung in Untersuchungshaft - unter anderem Journalisten, Anwälte, ein Karikaturist und der Herausgeber.

Prozessbeginn am Montag

An diesem Montag beginnt der Prozess gegen elf der zwölf Inhaftierten, fünf weitere „Cumhuriyet“-Mitarbeiter und den ehemaligen Chefredakteur der Zeitung, Can Dündar. Nach Angaben ihrer Anwälte wird allen 17 „Cumhuriyet“-Angeklagten Unterstützung von Terrororganisationen wie der kurdischen Arbeiterpartei PKK, der Gülen-Bewegung (Fetö) oder der linksextremen DHKP-C vorgeworfen. Die Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 155 von 180. Nach Angaben der Europäischen Journalistenvereinigung sind dort inzwischen mehr als 150 Journalisten hinter Gittern - mehr als in jedem anderen Land der Welt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung