Türkei macht PKK-Anhängerin aus Syrien für Anschlag in Istanbul verantwortlich

Die Türkei hat eine Anhängerin der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) aus Syrien für den Anschlag vom Sonntag in Istanbul verantwortlich gemacht. Die Polizei gab türkischen Medienberichten zufolge am Montag bekannt, dass die festgenommene junge Frau die Tat gestanden habe. Sie habe zugegeben, im Auftrag der PKK gehandelt und ihre Anweisungen in Kobane im Kurdengebiet im Nordosten Syriens bekommen zu haben. Die Frau habe die syrische Staatsbürgerschaft.

Die junge Frau wurde nach türkischen Angaben zusammen mit mehreren anderen Verdächtigen in einer Wohnung in Kucukcekmece, einem Vorort von Istanbul, festgenommen. Laut dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu wolte sie "nach Griechenland fliehen". Soylu hatte bereits zuvor die PKK für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Soylu gab zudem die Festnahme von insgesamt 46 Verdächtigen bekannt und kündigte weitere Festnahmen an. "Sie wollten eine Botschaft an uns richten, wir haben sie erhalten und werden darauf mit aller Entschiedenheit antworten", sagte er am Montag bei einem Besuch des Anschlagsortes.

Bei dem Bombenanschlag auf einer belebten Einkaufsstraße mitten in Istanbul am Sonntagnachmittag waren sechs Menschen getötet und 81 weitere verletzt worden. Bisher bekannte sich keine Gruppierung zu der Tat.

Die Türkei wies derweil Beileidsbekundungen aus den USA zurück. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Washington wiederholt vorgeworfen, Waffen an kurdische "Terroristen" in Nordsyrien geliefert zu haben. "Wir nehmen die Beileidsnachricht der US-Botschaft nicht an - wir weisen sie zurück", sagte Soylu nun im türkischen Fernsehen.

Die PKK kämpft seit Mitte der 1980er Jahre für mehr Rechte für die Kurden in der Türkei und gegen den türkischen Staat. Sie wurde in der Vergangenheit immer wieder für blutige Anschläge in der Türkei verantwortlich gemacht. Sie wird von der Regierung in Ankara sowie den meisten westlichen Staaten, darunter die USA und die EU, als Terrororganisation eingestuft.

kas/cp