Türkei lädt im Februar mehrere Außenminister zu Syrien-Gesprächen ein

Erdogan (l.) und Macron in Paris

Die Türkei lädt im Februar zu einem Syrien-Treffen ein, bei dem Außenminister aus dem Westen und der Nahost-Region über eine politische Lösung für den Konflikt beraten sollen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte am Freitag nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in Paris die Initiative aus Ankara. Die bisher laufenden Syrien-Friedensgespräche in Astana und das geplante Treffen in Sotschi seien zu sehr von den Interessen Russlands und des Iran bestimmt.

Deren Interesse bestehe "mehr darin, ihren Einfluss, ihre Macht und ihre eigenen bilateralen Kompromisse auszubauen", als echte Stabilität zu schaffen, sagte Macron. Daher müssten weitere Staaten der Region einbezogen werden. Erdogan äußerte sich vorsichtiger: Nach dem Treffen in seinem Land könne man sehen, wie weiter vorgegangen werde, sagte er in Paris.

In die Türkei eingeladen sind die Außenminister der sogenannten Gruppe der gleichgesinnten Staaten, der neben Deutschland, Frankreich, den USA, Großbritannien, Italien und der EU auch die Türkei, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Katar angehören.

Russland und der Iran sind im Gegensatz zu den westlichen Staaten und der Türkei Verbündete von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Die Friedensgespräche zwischen der syrischen Regierung und der bewaffneten Opposition in der kasachischen Hauptstadt Astana sind eine gemeinsame Initiative Russlands, der Iran und der Türkei. In Astana geht es vor allem um eine militärische Deeskalation. Mehrere Verhandlungsrunden brachten jedoch bislang keinen Durchbruch.

In Genf versucht parallel die UNO bislang vergeblich, mit Regierung und Opposition eine politische Lösung für den seit 2011 andauernden Konflikt zu finden. Russlands Präsident Wladimir Putin lädt zudem für Ende Januar zu einem "Kongress des nationalen Dialogs" in Sotschi ein. Dutzende syrische Rebellengruppen haben dem Treffen aber bereits eine Absage erteilt.