In Türkei gefangen : Freundin von Peter Steudtner zeigt Stärke trotz der Haft

Magdalena Freudenschuss, die Lebensgefährtin von Peter Steudtner, der in der Türkei inhaftiert ist

Zwei Lebenszeichen pro Tag, so war es vereinbart. Nach zwei Workshop-Tagen in Istanbul: Funkstille. Einen Tag, eine Nacht, und noch einen halben Tag musste Magdalena Freudenschuss warten, bis sie die Stimme ihres Lebensgefährten hörte – für drei Minuten. Länger durfte das Telefonat nicht dauern. Peter Steudtner aus Prenzlauer Berg, Fotograf, Menschenrechtler und Vater von zwei Kindern, rief aus dem türkischen Polizeigewahrsam an.

Er war in die Türkei gereist, um in einem Tagungshotel auf der Marmarameerinsel Büyükada türkische Menschenrechtsaktivisten zu unterrichten. Steudtners Spezialgebiete: Bewältigung von Stress- und Traumata in der Menschenrechtsarbeit. Und: der Schutz von sensiblen Daten und Quellen. Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International (AI) in Deutschland, spricht von einem Routine-Workshop. "Keine besondere Risikostufe", sagt Beeko.

"Menschenrechtsstandards werden ausgehölt"

Jetzt sitzen sechs Workshop-Teilnehmer, darunter Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi, und zwei führende Vertreter von AI seit über einer Woche in der Türkei in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Unterstützung einer bewaffneten terroristischen Vereinigung. Beeko spricht von einem einmaligen Vorgang, die Türkei höhle internationale Menschenrechtsstandards aus. "Alle Staats- und Regierungschefs sind aufgefordert, klare Signale zu senden", sagt Beeko.

An Signalen von deutscher Seite mangelt es nicht. Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise für die Türkei verschärft, die w...

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