Türkei erlässt Haftbefehl gegen Krypto-Exchange CEO

Alexandra Kons
·Lesedauer: 2 Min.

Die Türkei hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Gründer einer Krypto-Handelsplattform erlassen. Der Gesuchte, Faruk Fatih Ozer, soll mit rund zwei Milliarden US-Dollar von 391.000 Investoren nach Albanien geflohen sein.

Türkische Krypto-Börse offline: Exit Scam?

Die Nachrichtenagentur Demiroren veröffentlichte ein Foto von Ozer am Flughafen Istanbul. Bei mehreren Razzien verhafteten die türkischen Behörden 62 Personen in acht türkischen Städten. Die festgenommenen Personen sollen mit Ozers Firma Thodex in Verbindung stehen. Bei den Razzien beschlagnahmten die Behörden auch digitales Material. Die Krypto-Exchange ist mittlerweile offline. Ozer gibt an, dass er in wenigen Tagen in die Türkei zurückkehren werde, um mit den Justizbehörden zusammenzuarbeiten.

Noch ist nicht klar, ob die Anleger ihre Gelder zurückerhalten. Momentan können die Kunden nicht auf ihre Thodex-Kundenkonten zugreifen. Tausende von Thodex-Kunden haben bereits Beschwerde gegen das Unternehmen eingereicht. Die Thodex Webseite zeigt, dass die Plattform „vorübergehend geschlossen ist“, um „abnormale Schwankungen der Unternehmenskonten“ zu beheben.

Ein Bild von BeInCrypto.com
Ein Bild von BeInCrypto.com

Türkei verbietet Krypto-Zahlungen

Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem die türkische Zentralbank sich gegen die Zahlung mit Kryptowährungen in der Türkei ausgesprochen hatte. Die türkische Zentralbank gab in einem Rundschreiben im Resmî Gazete am 16. April 2021 ein Verbot für die Verwendung von Kryptowährungen als Zahlungsinstrumente an. Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte, die auf der Distributed Ledger-Technologie basieren, dürfen nun weder direkt noch indirekt als Zahlungsmittel verwendet werden.

Fraglich ist, ob die Flucht des Thodex-CEOs mit diesem Krypto-Zahlungsverbot in Verbindung steht. Ozer selbst gibt an, dass er sich aufgrund eines Arbeitstreffens in Albanien aufhält und die Vorwürfe gegen ihn „unbegründet“ sind. Das türkische Justizministerium hat ein Gerichtsverfahren eingeleitet, um die Verhaftung und Auslieferung von Ozer aus der albanischen Hauptstadt Tirana zu beantragen. Auch Interpol ermittelt mittlerweile.

Interesse an Kryptowährungen steigt in der Türkei

Bild von Google Trends
Interesse an Bitcoin: Bild von Google Trends

Während die Lira unter einer heftigen Abwertung leidet, steigt die Anzahl der Bitcoin-Suchanfragen in der Türkei. Auf der Grundlage dessen ist davon auszugehen, dass viele Menschen in der Türkei sich vor dem Wertverlust der lokalen Währung durch das Investment in Kryptowährungen schützen möchten. Ab Ende April ist die Verwendung von digitalen Währungen als Zahlungsmittel allerdings verboten.

Gleichzeitig hat auch eine andere Krypto-Börse Schwierigkeiten: Vebitcoin. Das Unternehmen sperrte nach Zahlungsproblemen die Onshore-Bankkonten. Derzeit untersuchen die Behörden den Fall. Auf der Webseite ist zu lesen:

„Aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Kryptogeldbranche sind unsere Transaktionen viel intensiver als erwartet geworden. Wir möchten mit Bedauern feststellen, dass diese Situation uns zu einem sehr schwierigen Prozess im Finanzbereich geführt hat. Und wir haben beschlossen, unsere Aktivitäten einzustellen, um alle Vorschriften und Ansprüche zu erfüllen. Wir werden Sie so schnell wie möglich informieren.“

Für die Krypto-Enthusiasten in der Türkei eine zusätzliche Herausforderung.

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