Türkei beginnt Militäroffensive in Syrien

Die Türkei hat bestätigt, dass sie mit der seit Tagen angekündigten Militäroperation gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen hat. Das Gebiet um die Stadt Afrin ist unter Artilleriebeschuss genommen worden. Türkische Aufklärungsflugzeuge fliegen über der Region. Ziel des türkischen Angriffs sind Stellungen der kurdischen YPG-Miliiz.

"Wir werden diesen Korridor von Westen aus Schritt für Schritt zerstören", sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor Anhängern der Regierungspartei AKP. "Die Bodenoffensive in Afrin hat faktisch begonnen. Als nächstes ist Manbidsch dran, denn keine der hinsichtlich der Stadt gegebenen Versprechungen wurden eingehalten. Daher hat niemand das Recht etwas dagegen zu sagen, wenn wir tun, was getan werden muss."

Was Erdogan mit dem "faktischen Beginn der Bodenoffensive" meint ist unklar, denn laut Beobachtern sind bisher keine türkischen Truppen in der Region.

Die kurdischen Truppen kontrollieren das Gebiet um Afrin und Manbidsch seit 2012. Viele ihrer Kämpfer beteiligten sich an Einsätzen gegen die radikale Islamischer Staat-Miliz. Dabei wurden sie trotz türkischer Proteste von den Vereinigten Staaten unterstützt.

Die USA hatten ihren NATO-Partner Türkei mehrfach vor einem Militäreinsatz im Nordwesten Syriens gewarnt.