Szafnauer: Racing Point hat immer noch das kleinste Budget in der Formel 1

Ruben Zimmermann

Trotz der Finanzspritze, die das Team seit der Übernahme durch Lawrence Stroll und Co. im Sommer 2018 erhalten hat, ist Racing Point laut Teamchef Otmar Szafnauer noch immer das kleinste der aktuell zehn Formel-1-Teams. "Als ich bei Force India angefangen habe, da hatten wir 280 Mitarbeiter. Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren es 405", erinnert sich Szafnauer.

Im Herbst 2009 stieß Szafnauer zum damaligen Force-India-Team. In den folgenden neun Jahren habe man mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt - und sei trotzdem immer das Team mit dem geringsten Budget gewesen. "Unser Wachstum war geplant, und wir sind in Bereichen größer geworden, in denen wir die meiste Performance gefunden haben", erklärt Szafnauer.

"Unser Budget war immer limitiert", betont er. Das Team mit Sitz in Silverstone habe über jedes Pfund nachdenken müssen, welches man ausgeben wollte. Das habe unter anderem dazu geführt, dass man das Aerokonzept teilweise über Jahre nicht verändern könnte, "weil wir wichtige Teile des Autos oft von einem Jahr ins nächste übernehmen mussten."

Mit Stroll sei dann ein "größeres Budget" und "signifikant mehr Geld" gekommen. Szafnauer spricht man von "30 bis 40 Prozent mehr" als zuvor. Doch der Teamchef erklärt: "Ich denke, dass wir noch immer das niedrigste Budget und die geringste Anzahl an Mitarbeitern haben. Wir sind das kleinste Formel-1-Team." Selbst US-Rennstall Haas habe insgesamt mehr Personal.

"Haas hat vielleicht weniger Leute [im Team], weil Dallara eine Menge Arbeit für sie erledigt. Aber wenn man die Leute dort dazu zählt, dann denke ich, dass wir auch kleiner als sie sind", so Szafnauer. Deswegen sei es wichtig, dass man weiterhin so effizient wie vorher arbeite. "Wer drehen noch immer jedes Pfund um, das wir ausgeben - wir haben jetzt nur mehr davon", erklärt Szafnauer.

Das sportliche Ziel sei es, "mindestens Viertbester" in der Weltmeisterschaft zu werden und den Rückstand auf die drei Topteams zu verkürzen. Das sei nur möglich, wenn man weiterhin so effizient wie zu Force-India-Zeiten arbeite. Investiert wird aktuell beispielsweise in eine neue Fabrik, die 2021 bezogen werden soll. Die Coronakrise bringt diesen Plan allerdings etwas durcheinander.

Aktuell seien alle Projekte gestoppt, "weil niemand arbeitet", erklärt Szafnauer. Alles sei in der momentanen Situation "etwas verzögert". Der Teamchef versichert allerdings: "Wir werden uns vergrößern, es verschiebt sich nur alles um zwei Monate." Im kommenden Jahr wird Racing Point zum offiziellen Aston-Martin-Werksteam. Auch an diesem Plan ändert sich nichts.

Mit Bildmaterial von LAT.