Kommentar: Für eine digitale Verwaltung fehlt das richtige Personal

Warten im Bürgeramt Kreuzberg

Eigentlich dürfte einen bei der unendlichen Trauergeschichte der Berliner Ämter nichts mehr wundern, aber diese Story ist dann doch fast kaum zu glauben. Wegen eines Softwarefehlers können Berliner Autobesitzer ihre Anwohner-Parkvignette bei einer Online-Beantragung nicht bezahlen. Kein Virus war schuld, kein Programmierfehler, die nötige Funktion wurde bei der Programmierung schlicht vergessen. Nun müssen die Bewohner den Parkausweis entweder selbst abholen, zuvor bekamen sie ihn wenigstens nach Hause geschickt. Oder die Mitarbeiter in den Ämtern, die eigentlich entlastet werden sollten, haben noch mehr zu tun. Systemausfall total.

Dabei will der Senat doch eigentlich das Gegenteil: Durch die Digitalisierung der Ämter soll sich alles beschleunigen. Bewohner sollen ihre Sachen bequem von zu Hause aus erledigen, die personell unterbesetzten Ämter sollen wieder Termine anbieten, die nicht erst vier Wochen später liegen. Dafür wurde im vergangenen Jahr eigens das E-Government-Gesetz eingeführt, wurde nach der letzten Wahl extra die Stelle einer IT-Staatssekretärin eingerichtet. Doch mehr als ein Jahr nach Inkrafttreten macht Berlin erst mal einen Rückschritt. Der Anwohner-Parkausweis sollte der erste Meilenstein sein, jetzt muss man sich fragen, ob die anderen angekündigten Online-Dienstleistungen dieses Jahr überhaupt noch kommen.

Für die Umstellung braucht es Spezialisten. Bis zu 450 Stellen müssen laut Innenverwaltung in den nächsten Jahren besetzt werden. Doch leider werden gu...

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