Syrische Rebellengruppe zieht aus Stadt in Ost-Ghuta ab

Eine syrische Rebellengruppe hat am Donnerstag mit dem Abzug aus der umkämpften Region Ost-Ghuta begonnen. Dutzende Kämpfer von Ahrar al-Scham verließen mit ihren Familien im Zuge einer Vereinbarung mit der Regierung die Stadt Harasta

Eine syrische Rebellengruppe hat am Donnerstag mit dem Abzug aus der umkämpften Region Ost-Ghuta begonnen. Dutzende Kämpfer der Gruppe Ahrar al-Scham verließen mit ihren Familien im Zuge einer Vereinbarung mit der Regierung die Stadt Harasta. Das Staatsfernsehen berichtete, mehr als 800 Menschen, darunter dutzende Kämpfer, hätten an der Frontlinie zwischen den Rebellengebieten und dem Territorium der Regierung Busse bestiegen.

Insgesamt sollen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana rund 1500 Kämpfer mit 6000 Angehörigen Harasta verlassen. Die Vereinbarung der islamistischen Rebellengruppe mit der Regierung von Baschar al-Assad war von dessen Verbündetem Russland vermittelt worden. Die syrische Armee geht mit Unterstützung der russischen Armee seit einem Monat gegen die Rebellenenklave Ost-Ghuta vor, die inzwischen zu 80 Prozent unter ihrer Kontrolle ist.

Die Evakuierung von Harasta begann am späten Vormittag mit mehrstündiger Verspätung. Gemäß der am Mittwoch verkündeten Vereinbarung werden die Kämpfer in Rebellengebiete in der nordwestlichen Provinz Idlib gebracht. Mit dem Abzug von Ahrar al-Scham aus Harasta bleiben nur noch zwei Teile von Ost-Ghuta in der Hand der Rebellen: Die Stadt Duma im Norden und ein Gebiet um Samalka im Süden.

Laut dem Vorsitzenden des Stadtrats von Harasta, Hossam al-Beiruti, war die Situation der Einwohner zuletzt dramatisch. Die Hälfte der Familie habe nichts mehr zu essen gehabt und viele hätten unter Krankheiten gelitten, berichtete er. Laut Oppositionsvertretern laufen auch mit der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam in Duma Gespräche über die Räumung der Stadt. Die südliche Region um Samalka wird von Fajlak al-Rahman kontrolliert.

Bei der Offensive auf Ost-Ghuta wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereits mehr als 1400 Zivilisten getötet. Bei neuen Luftangriffen gab es demnach am Donnerstag 20 Tote. Assad rechtfertigt die Offensive damit, dass die Rebellen aus den östlichen Vororten der Hauptstadt regelmäßig Raketen auf Damaskus abfeuern. Am Dienstagabend wurden dabei 44 Zivilisten getötet.