Syrien: UN fürchten "brutale" Eskalation in Idlib

In der Region Idlib im Norden Syriens spitzt sich die Lage für Zivilisten immer weiter zu.

Zwar gilt die Gegend als Deeskalationszone. Allerdings haben sich die Kämpfe hier zuletzt deutlich verschärft.

UN warnen vor Eskalation

Die Vereinten Nationen warnen jetzt vor einer Eskalation.

Panos Moumtzis, der Koordinator der humanitären UN-Hilfe für Idlib, sagte in Genf:

"Wegen der Situation in Idlib könnten wir das Schlimmste der Syrien-Krise noch vor uns haben. Wenn es eine militärische Eskalation gibt, dann wird das viel komplizierter und brutaler als all das, was wir andernorts gesehen haben."

Von den gut 2,5 Millionen Einwohnern der Provinz seien gut die Hälfte Vertriebene aus anderen Landesteilen. Sie könnten nirgendwo anders mehr hin, so Moumtzis.

"Wir fürchten, dass 2,5 Millionen Menschen Richtung türkischer Grenze gedrängt werden, wenn die Kämpfe weitergehen. Dabei ist Idlib der letzte Ort, es gibt keinen weiteren Platz, wo man sie hinbringen kann."

Viele Islamisten und Zivilisten fliehen nach Idlib

Idlib ist das am dichtesten besiedelte Gebiet, das noch in der Hand von Aufständischen ist, von denen wiederum viele islamistische Extremisten sind.

In den vergangenen Jahren kamen zahlreiche weitere Kämpfer hierher aus Gebieten, die von der syrischen Regierung zurückerobert wurden.

Aber auch Zehntausende Zivilisten flohen nach Idlib.

Fast eine Million Binnenvertriebene in wenigen Monaten

Laut Moumtzis sind zwischen Januar und April dieses Jahres wegen der Kämpfe so viele Menschen innerhalb Syriens vertrieben worden wie noch nie seit Beginn des Krieges im Jahr 2011.

Fast eine Million Menschen mussten demnach ihre Wohnorte verlassen.