Symbolische Trauungen: Kölner feiern am Rathaus die Ehe für alle

Am 2. Oktober werden die ersten fünf Paare getraut.

„Heute ist ein historischer Tag“, ruft Terry Reintke von den Grünen von der Treppe des Rathauses. Die ersten Sektkorken knallen, Konfetti fliegt, die Unterstützer der Ehe für Alle liegen sich in den Armen und verteilen Küsschen. „Jahrelang haben wir hierauf gewartet.“

Der Bundestag hat am Freitag das Ja zur Ehe für Alle beschlossen. Schwule und lesbische Paare sowie jegliche Unterstützer haben sich am Freitag vor dem Haupteingang des Rathauses zum Feiern und zur symbolischen Trauung versammelt.

Gleiche Rechte für gleiche Liebe

Ein besonderer Dank gehe an Volker Beck von den Grünen, der das Ja des Bundestages zur Ehe für homosexuelle Paare entscheidend auf den Weg gebracht habe, so Reintke. „Endlich gelten gleiche Rechte für gleiche Liebe!“

Chris und Kevin Keitsch haben die Entscheidung mit Spannung verfolgt – und waren zunächst verwundert, dass es am Ende doch so schnell ging. Die beiden sind bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Dass Angela Merkel mit Nein gestimmt hat, stört sie wenig. „Wir leben ja in einer Demokratie. Sie darf ihre Meinung vertreten – am Ende hat der Bundestag mit Ja gestimmt“, sagt Chris Keitsch. Und das sei es, was zählt. Das Paar möchte jetzt baldmöglichst auch heiraten. „Unser Standesbeamte weiß schon Bescheid“, sagt Kevin Keitsch mit einem Lachen.

Ein Wandel der Gesellschaft

„Es wurde Zeit“, sagt Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. „Es wundert mich, dass es in einem Land wie Deutschland so lange gedauert hat.“ Sie könne nachvollziehen, dass konservativ aufgewachsene Menschen ein Problem mit der Homo-Ehe haben. Nichtsdestotrotz habe die Gesellschaft einen Wandel durchlebt. Der heutige Freitag sei ein Spiegel für diesen Wandel.

Auf der Treppe wird weiter gefeiert und bunte Fahnen werden geschwenkt, die Stimmung ist ausgelassen, der Sekt fließt in Strömen. „Wir feiern heute einen Sieg für eine offene Gesellschaft“, sagt Sven Lehmann, Landesvorsitzender der Grünen. „Es gibt nichts Schöneres als die Liebe.“ Gleichzeitig kündigten die Grünen an, weiter gegen bestehende Ungleichheiten zu kämpfen, um irgendwann in einem Land zu leben, in dem es keine Unterschiede in der Liebe mehr gibt. „Auf die Liebe“, sagt Lehmann und löst Jubel bei allen Anwesenden aus....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta