SWR: Kölner Kurdin Gönul Örs in der Türkei aus Haft entlassen

Die Kölner Kurdin Gönül Örs ist laut einem SWR-Bericht aus türkischer Haft entlassen worden. Allerdings stehe die Deutsch-Türkin weiter unter Hausarrest und dürfe die Türkei nicht verlassen, sagte ein Angehöriger dem Südwestrundfunk. Örs war im Mai in die Türkei gereist, um ihre dort inhaftierte Mutter Saide Inac zu besuchen, die als Sängerin unter dem Künstlernamen Hozan Cane bekannt ist. Die Justiz verhängte damals eine Ausreisesperre gegen Örs.

Als die Kölnerin im September trotzdem das Land zu verlassen versuchte, wurde sie festgenommen. Die türkische Staatsanwaltschaft verdächtigt sie der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. Hintergrund ist Örs' Teilnahme an einer kurdischen Protestaktion auf einem Ausflugsschiff auf dem Rhein im April 2012. Wie der SWR kürzlich berichtete, übermittelte das Bundeskriminalamt damals Informationen über Örs an die türkischen Behörden.

Ihre Mutter Hozan Cane war kurz vor der türkischen Parlaments- und Präsidentenwahl im Juni 2018 festgenommen worden, als sie in Edirne eine Wahlkampftour der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) begleitete. Im November vergangenen Jahres wurde sie wegen "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt. Die Verurteilung Canes ebenso wie die Inhaftierung ihrer Tochter stieß in Deutschland auf scharfe Kritik.