Schweden: Der deutsche Gruppengegner bei der WM 2018 im Portrait

Bei der WM in Russland trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Schweden. Der deutschen Gruppengegner im Portrait.

Alles drehte sich wieder einmal um Zlatan Ibrahimovic, doch Schweden will von seinem selbsternannten Fußball-Gott offenbar nichts mehr wissen. Anders sind die Reaktionen auf den nächsten Egotrip des Stürmerstars von Manchester United nicht zu verstehen.

"Das ist doch unglaublich. Dieser Spieler hat vor eineinhalb Jahren aufgehört, für Schweden zu spielen, und wir reden immer noch über ihn", sagte Trainer Janne Andersson, nachdem sich die Blagult - die Blaugoldenen - erstmals nach zwölf Jahren wieder für eine WM qualifiziert hatten: "Wir müssen endlich anfangen, über die großartigen Spieler zu reden, die wir in dieser Mannschaft haben." Und auch diese Spieler reagierten eher genervt auf die Spekulationen über ein mögliches Comeback des 36-Jährigen.

"Wir sind Zweden"

"Wir sind Schweden", schrieb Ibrahimovic nach dem entscheidenden Play-off-Spiel gegen Italien in den sozialen Netzwerken. Schweden schrieb er dabei mit "Z", "Zweden", wie Zlatan. Das Ticket für Russland war gebucht, Ibrahimovic spielte in der Quali nicht eine Minute - und doch stellte er sich in den Mittelpunkt. Und zudem deutete Ibrahimovic seine Absicht an, in die Nationalmannschaft, die er nach dem trostlosen Aus bei der EM 2016 verlassen hatte, zurückkehren zu wollen.

Doch viele Fans und Experten sind längst der Meinung, Schweden sei besser ohne Ibrahimovic dran. Andersson hat als Nachfolger von Erik Hamren die Art, Fußball spielen zu lassen, ohne den Exzentriker grundlegend anders ausgerichtet. 

Mit Ibrahimovic wirkten die Skandinavier stets eindimensional, jetzt sind sie weniger ausrechenbar, der Leipziger Emil Forsberg treibt das schnelle Umschaltspiel an, auf einmal verteidigen alle zehn Feldspieler. Neben Forsberg gelten auch Kapitän und Fußballer des Jahres Andreas Granqvist (FK Krasnodar), Albin Ekdal vom Hamburger SV, Victor Lindelöf (Manchester United) und der ehemalige Bundesliga-Angreifer Marcus Berg (Al-Ain FC) als Säulen des Teams.

"Besser ohne Ibrahimovic"

"Ich denke, es ist fast besser, wenn Schweden ohne Ibrahimovic spielt, weil er auf dem Platz eine Qual war", sagte zuletzt Kurt Hamrin, auch eine Legende seines Landes: "Er spielt nur für sich und sorgt dafür, dass das auch der Rest des Teams macht. Er ist der beste Spieler der letzten

20 Jahre in Schweden, aber die Tatsache, dass er nicht hier ist, ermöglicht es jedem, zu wachsen und mehr Verantwortung zu übernehmen."

Wie 2002 und 2006 soll der Weg der Schweden auch im nächsten Sommer zumindest ins Achtelfinale führen. Wer die ausgebufften Italiener ausschaltet, kann mit Selbstvertrauen nach Russland reisen. "Wir haben immer das Gefühl, dass wir bestehen können", sagte Forsberg. Die Erwartungen in der Heimat sind jedenfalls hoch - auch ohne Ibrahimovic. Auf Schweden "wartet ein Traumsommer", schrieb zuletzt der Expressen .