Polizei hält Festgenommenen für Supermarkterpresser

Polizeivizepräsident Uwe Stürmer (2.v.l) vom Polizeipräsidium Konstanz und Ministerialrätin Petra Mock (l) geben am 28. September im Rahmen einer Pressekonferenz Auskunft über die Lebensmittelerpressung. Foto: Oliver Hanser

Seit Wochen suchen Fahnder nach einem Supermarkt-Erpresser. Seit Tagen sind Verbraucher verunsichert: Steht vergiftete Nahrung im Regal? Dann nimmt die Polizei einen Verdächtigen fest.

Konstanz (dpa) - Die Erpressung deutscher Supermärkte mit vergifteten Lebensmitteln steht nach Einschätzung der Ermittler vor der Aufklärung. Die Polizei hält einen am Freitag festgenommenen Mann für dringend tatverdächtig.

Die Staatsanwaltschaft wolle noch heute einen Haftbefehl gegen den 55-Jährigen beantragen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen in Baden-Württemberg. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich erhärtet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagmorgen mit.

Die Ermittler seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf den Mann aufmerksam geworden, hieß es. Die Polizei hatte den 55-jährigen Deutschen am Freitag in Ofterdingen (Kreis Tübingen) überprüft und festgenommen. Die Ermittler wollten am Nachmittag bei einer Pressekonferenz in Konstanz Einzelheiten mitteilen. Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, wurden in der Nacht zum Samstag kriminaltechnischen Untersuchungen vorgenommen. Dabei handelt es sich in der Regel etwa um DNA-Abgleich und Fingerabdrücke. Der Mann habe zu den Vorwürfen bislang geschwiegen, hieß es.

Er forderte einen zweistelligen Millionenbetrag

Der mutmaßliche Täter hatte in einer E-Mail an die Polizei, den Verbraucherschutz und mehrere Lebensmittelkonzerne von Mitte September damit gedroht, bis Samstag 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen. Er forderte einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag. Der Fall schuf allgemein Verunsicherung, zumal der Erpresser keine Angaben dazu machte, welche Produkte und welche Filialen konkret betroffen sein sollen.

Schon Mitte September waren fünf mit Ethylenglycol vergiftete Gläschen mit Babynahrung in Friedrichshafen entdeckt worden. Die Polizei hatte am Donnerstag Fahndungsbilder eines dringend tatverdächtigen Mannes veröffentlicht. Danach waren bundesweit Hunderte Hinweise eingegangen.

Angaben darüber, welche Produkte und welche Filialen konkret betroffen sein sollen, machte der Täter nicht. Gefahndet wurde nach ihm auch im Ausland, vor allem in Österreich und der Schweiz.

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