Warum es in Supermärkten und Discountern fast nie Fenster gibt

Marc Steinau
In vielen Supermärkten und Discountern gibt es so gut wie keine Fenster

Wer zum ersten Mal in Schwetzingen bei Heidelberg zum Discounter geht, erlebt womöglich ein Déjà-vu. Mitten im Gewerbegebiet der Kleinstadt steht ein neuer Flachbau: lange Fensterfront übereck, klare Linien, Fassade aus quaderförmigen Stahlbetonplatten. Für letzteres hätte es zwar statt Beton Marmor gebraucht, der Rest aber verdeutlicht: Diese Aldi-Süd-Filiale ist von Bauhaus-Architektur á la Mies van der Rohe inspiriert: ein Stück Barcelona-Pavillon, direkt an der Ecke Werkstraße/Schubertstraße.

80 Kilometer südlich von Schwetzingen, in Rastatt, hat Aldi die nächste Filiale, die mehr Tageslicht einfängt, als man es gewohnt ist. Diesmal scheint es von oben auf die Ladenfläche, und zwar durch 28 in die Holzdecke eingelassene Kuppeln. Ein Stil, der an Gebäude des zeitgenössischen japanischen Star-Architekten Shigeru Ban erinnert.

Tageslicht im Supermarkt? Fehlanzeige!

Der Südwesten des Landes scheint für Aldi eine architektonische Spielwiese geworden zu sein. Ein ungewöhnlicher Schritt für den bis vor Jahren noch wenig experimentierfreudigen Discounter — bis dahin wurden die meisten Filialen noch in der klassischen Lagerhallen- und Bierzelt-Optik mit Steildach gebaut. Tageslicht: Fehlanzeige. Und das nicht nur bei Aldi. Aber warum gibt es in Supermärkten kaum Fenster? Schließlich verursacht die Beleuchtung bis zu ein Drittel der Stromkosten.

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