Suedlink-Kabel soll Elbe im Tunnel bei Glückstadt unterqueren

GLÜCKSTADT (dpa-AFX) - Die Kabel der Suedlink-Stromleitung sollen die Elbe bei Glückstadt in einigen Jahren in einem Tunnel unterqueren. Der Geschäftsführer des Unternehmens Tennet, Tim Meyerjürgens, übergab die Planfeststellungsunterlagen am Freitag an die Energieminister von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Tobias Goldschmidt und Olaf Lies. Der Tunnel soll in rund 20 Metern Tiefe zwischen den Ortschaften Wewelsfleth im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg und Wischhafen im niedersächsischen Kreis Stade verlaufen und gut fünf Kilometer lang sein.

Goldschmidt sprach laut Mitteilung von einem der zentralen Stromleitungsprojekte. "Einmal in Betrieb, kann es zu einem echten Game-Changer für die deutsche Energiewende werden." Die weltpolitische Lage unterstreiche die Dinglichkeit. "Die Befreiung aus der fossilen Umklammerung wird nur dann gelingen, wenn Erneuerbaren- und Stromnetzausbau zügig vorankommen", betonte der Minister. Lies sagte, der Norden nehme eine Schlüsselrolle für eine klimafreundliche Energieversorgung und bei dem Ziel ein, möglichst zügig unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden. "Da übernehmen wir Verantwortung für ganz Deutschland." Die Übergabe sei ein wichtiges Signal, das Mut mache.

Der Tunnel wird nach Tennet-Angaben von einer Maschine gebohrt und mit vorgefertigten Betonringen (Tübbingen) ausgekleidet. Nach diesem Verfahren wurde auch die vierte Röhre des Autobahn-Elbtunnels in Hamburg gebaut. Der Tunnel wird einen Durchmesser von vier Metern haben. An beiden Enden entstehen Zugangs- und Betriebsgebäude. Tennet rechnet mit fünf Jahren Bauzeit.

Die Suedlink-Trasse ist nach Tennet-Angaben mit 700 Kilometern Länge und Kosten von zehn Milliarden Euro das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende in Deutschland. Es soll den verlustarmen Gleichstromtransport aus den Windenergiegebieten in Norddeutschland in den Süden ermöglichen. Die Leitung hat vier Gigawatt Kapazität, was der Leistung von vier Atomkraftwerken entspricht und rechnerisch zur Versorgung von zehn Millionen Haushalten reichen würde.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.