Südkoreanischer Geheimdienst offenbart neue Kontroll-maßnahmen Pjöngjangs

Überwachung und Kontrolle gehören zum Alltag der Bevölkerung in Nordkorea. (Bild: AP Photo)

Der südkoreanische Geheimdienst NIS hat neue Details über die Zustände in seinem stark sanktionierten Nachbarland Nordkorea veröffentlicht.

Angesichts der immer strenger werdenden Sanktionen gegen den Staat hat Nordkorea die Regulierungen im öffentlichen Sektor verstärkt. Wie der südkoreanische Geheimdienst NIS laut der Nachrichtenagentur „Yonhap News“ berichtet, habe Pjöngjang ein System entwickelt, mit dem Parteiorgane „auf Tagesbasis Bericht über die wirtschaftlichen Probleme der Bevölkerung abgeben“.

Die Regierung habe außerdem alle Zusammenkünfte verboten, die mit „Trinken, Singen und anderen Formen der Unterhaltung“ in Verbindung stehen und zusätzlich die Kontrolle von Informationen aus dem Ausland erhöht. Ziel dieser Maßnahmen sei es, weiteren Sanktionen gegen den Staat zuvorzukommen.

Der südkoreanische Geheimdienst NIS stellte diese Informationen am Montag vor dem parlamentarischen Geheimdienstausschuss vor. Des Weiteren habe man herausgefunden, dass die nordkoreanische Regierung zwei hochrangige Militärs bestraft habe.

Hwang Pyong-so (links) gilt als enger Vertrauter von Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un und als zweitmächtigster Mann des Landes. (Bild: AP Photo)

Im Zuge einer Inspektion des politischen Büros der Volksarmee, der ersten seit 20 Jahren, habe man sowohl den Leiter Hwang Pyong-so, der als zweitmächtigster Mann Nordkoreas gilt, als auch seinen Stellvertreter Kim Won-hong aufgrund ihrer „unreinen Haltung“ bestraft. Weitere Details zu dem Fall seien noch nicht bekannt. Es wird jedoch spekuliert, dass durch diese Maßnahmen die Unsicherheit und Loyalität der Regierungsmitglieder in der aktuell angespannten Situation des Landes verstärkt werden soll.

Gleichzeitig verfolgt der südkoreanische Geheimdienst die Möglichkeit von bevorstehenden Raketen- und Atomtests. Zwar gebe es derzeit keine Anzeichen, „aber wir sagen voraus, dass abhängig von den Entschlüssen von Nordkoreas Anführer Kim ein Nukleartest zu jeder Zeit möglich ist“, wird die Behörde von „Yonhap News“ zitiert.