Sudans Präsident ordnet Freilassung aller politischen Gefangenen an

Sudans Präsident Omar al-Baschir hat die Freilassung aller politischen Gefangenen im Land angeordnet. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Suna am Dienstag meldete, erließ der Staatschef ein entsprechendes Dekret. Eine Zahl der Betroffenen nannte die Agentur nicht. Die Maßnahme betrifft vor allem Aktivisten, die bei Demonstrationen gegen Preissteigerungen im Januar festgenommen worden waren.

In mehreren sudanesischen Städten hatte es wütende Proteste gegeben, nachdem vor allem die Preise für Brot gestiegen waren. Die Polizei ging gewaltsam gegen die Teilnehmer vor. Hunderte Oppositionelle, Menschenrechtsaktivisten und Demonstranten wurden festgenommen. Dutzende Aktivisten wurden bereits wieder auf freien Fuß gesetzt, andere sind jedoch noch in Haft - darunter der Chef der Kommunistischen Partei, Mochtar al-Chatib, und der Chef der Kongresspartei, Chaled Omar. Sie dürften nun von dem Dekret profitieren.

In den vergangenen Jahren gab es in dem nordostafrikanischen Land wiederholt Proteste gegen Preissteigerungen, unter anderem 2016 nach der Kürzung der staatlichen Subventionen auf Benzin. 2013 hatte es bei Protesten gegen erhöhte Benzinpreise nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten dutzende Tote gegeben.