Auf der Suche nach der Wahrheit: Das sind die Heimkino-Highlights der Woche

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In Marseille versucht der Amerikaner Bill (Matt Damon), seine Tochter aus dem Gefängnis zu holen. (Bild: Universal Pictures / Jessica Forde / Focus Features)
In Marseille versucht der Amerikaner Bill (Matt Damon), seine Tochter aus dem Gefängnis zu holen. (Bild: Universal Pictures / Jessica Forde / Focus Features)

"Stillwater - Gegen jeden Verdacht", "The Many Saints of Newark" und "Stillstehen": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Eine junge Amerikanerin, die zum Studieren nach Europa kommt und schließlich wegen eines Mordes, den sie nicht begangen hat, im Gefängnis landet: Die Handlung von Tom McCarthys Thriller "Stillwater - Gegen jeden Verdacht" erinnert nicht zufällig an den Fall von Amanda Knox, die im italienischen Perugia zusammen mit ihrem damaligen Freund wegen Mordes an einer anderen Studentin zu 26 Jahren Haft verurteilt und nach vier Jahren im Gefängnis schließlich freigesprochen wurde. Das Schicksal von Knox habe ihn zu seinem Film inspiriert, sagte Regisseur McCarthy in Interviews - und zog so den Unmut von Knox auf sich. "Indem er meine Unschuld und meine völlige Unbeteiligtheit fiktionalisiert und die Rolle der Behörden bei meiner unrechtmäßigen Verurteilung ausblendet, verstärkt McCarthy das Bild von mir als schuldige und unglaubwürdige Person", erklärt die heute 34-Jährige. Nun erscheint "Stillwater - Gegen jeden Verdacht" ebenso wie "The Many Saints of Newark" und "Stillstehen" auf DVD und Blu-ray.

In "Stillwater - Gegen jeden Verdacht" machen sich Bill (Matt Damon) und Virginie (Camille Cottin) auf die Suche nach der Wahrheit. (Bild: Universal Pictures)
In "Stillwater - Gegen jeden Verdacht" machen sich Bill (Matt Damon) und Virginie (Camille Cottin) auf die Suche nach der Wahrheit. (Bild: Universal Pictures)

"Stillwater - Gegen jeden Verdacht" (VÖ: 20. Januar)

Bohrarbeiter Bill Baker (Matt Damon) aus Stillwater, Oklahoma, ist der Einzige, der davon überzeugt ist, dass seine Tochter die Wahrheit sagt. Er glaubt, dass Allison (Abigail Breslin) ihre Freundin Lina nicht ermordet hat. Alle anderen aber, so scheint es, sind von Allisons Schuld überzeugt. Neun Jahre muss sie ins Gefängnis, in Marseille, jener Stadt, in die sie einst zum Studieren gekommen war. Im Süden Frankreichs macht sich Bill deshalb auf die Suche: nach Menschen, die seiner Tochter helfen können, nach Beweisen und nach der Wahrheit. Hilfe erhält er von Virginie (Camille Cottin), einer Zufallsbekanntschaft, die in dem für ihn fremden Land schon bald eine wichtige Stütze wird. In hellen, lichtdurchfluteten Bildern erzählt "Stillwater - Gegen jeden Verdacht" eine düstere Kriminalgeschichte, die lose auf den Ereignissen rund um die US-Studentin Amanda Knox basiert.

Preis DVD: circa 14 Euro

USA, 2021, Regie: Tom McCarthy, Laufzeit: 134 Minuten

Michael Gandolfini (fünfter von links) spielt die Lebensrolle seines verstorbenen Vaters James Gandolfini als junger Mann: In "The Many Saints of Newark" verkörpert er den jungen Tony Soprano. (Bild: 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. / Barry Wetcher)
Michael Gandolfini (fünfter von links) spielt die Lebensrolle seines verstorbenen Vaters James Gandolfini als junger Mann: In "The Many Saints of Newark" verkörpert er den jungen Tony Soprano. (Bild: 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. / Barry Wetcher)

"The Many Saints of Newark" (VÖ: 20. Januar)

Es ist die Vorgeschichte zu einer der bedeutendsten TV-Serien aller Zeiten: "The Sopranos". Die melancholischen Augen des Seniors James Gandolfini schimmern durch im Antlitz des Sohnes - die Besetzung des 22-jährigen Michael Gandolfini als Tony Soprano ist zweifellos der größte Coup bei "The Many Saints of Newark". Dabei ist die Hauptfigur eine andere. Die Handlung folgt Richard "Dickie" Moltisanti (Alessandro Nivola), der durch die "Sopranos"-Serie wie ein Mythos wehte, hier aber leibhaftig in Erscheinung tritt. Am Ende der 60er-Jahre ringt der Anführer seiner Familie in Newark, New Jersey, um Einfluss gegen den rivalisierenden schwarzen Gangsterboss Harold McBrayer (Leslie Odom). Zugleich schleift er den jungen Neffen, dessen Vater (Jon Bernthal) im Knast sitzt, zu jenem skrupellosen Mafia-Boss, der er einmal werden wird. Alles in allem ein höchst solider Mafiafilm mit allen wohlbekannten Italo-Ingredienzien und einem sanften Flaum von Zeitgeschichte und für eingefleischte "Sopranos"-Fans ein Angebot, das man nicht abschlagen kann.

Preis DVD: 14 Euro

USA, 2021, Regie: Alan Taylor, Laufzeit: 116 Minuten

"The Many Saints of Newark" erzählt die Vorgeschichte zu einer der bedeutendsten TV-Serien aller Zeiten: "The Sopranos". (Bild: Warner Bros. Entertainment)
"The Many Saints of Newark" erzählt die Vorgeschichte zu einer der bedeutendsten TV-Serien aller Zeiten: "The Sopranos". (Bild: Warner Bros. Entertainment)

"Stillstehen" (VÖ: 21. Januar)

Julie (Natalia Belitski) hat im Spielfilmdebüt "Stillstehen" von Regisseurin Elisa Mishto die Tatenlosigkeit perfektioniert. Sie hat weder einen Job noch gedenkt sie, zu studieren. Stattdessen verprasst sie das Erbe ihrer Mutter. Weil sie mit dieser Lebensphilosophie immer wieder an die Grenzen stößt, provoziert sie in regelmäßigen Abständen die Einweisung in eine Psychiatrie. Doch als Julie ein weiteres Mal im Büro des Psychiaters Dr. Herrmann (Martin Wuttke) landet, ist etwas anders. Eine neue Pflegerin, Agnes (Luisa-Céline Gaffron), wird Julie als Betreuerin zugewiesen. Was zunächst als distanziertes Aufeinandertreffen zweier vordergründig gegensätzlicher Frauen beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Wechselspiel aus sexueller Anziehung und gefährlichen Abhängigkeiten. Schauspielerisch packend umgesetzt, erreichen einige Szenen eine einnehmende Intensität.

Preis DVD: circa 13 Euro

D, 2019, Regie: Elisa Mishto, Laufzeit: 87 Minuten

Julie (Natalia Belitski, links) bekommt mit Agnes (Luisa-Céline Gaffron) eine neue Betreuerin zugewiesen. (Bild: Lighthouse / CALA Filmproduktion GmbH / Francesco di Giacomo)
Julie (Natalia Belitski, links) bekommt mit Agnes (Luisa-Céline Gaffron) eine neue Betreuerin zugewiesen. (Bild: Lighthouse / CALA Filmproduktion GmbH / Francesco di Giacomo)
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