So holte Mourinho Englands Supertalent aus der Versenkung

Sabrina Barlemann

Es schien eine mutige Entscheidung, mit der Tottenham Hotspur während der letzten Länderspielpause aufhorchen ließ. Der langjährige Erfolgscoach Mauricio Pochettino wurde durch Jose Mourinho ersetzt.

Bislang scheint der frühere Trainer von Manchester United die richtige Wahl gewesen zu sein, um den Spielern einen dringend benötigten Schub zu geben. Die Ergebnisse sprechen für ihn, in drei Spielen gab es drei Siege für die Spurs. (SERVICE: Spielplan der Premier League)


Besonders einem Spieler scheint der Portugiese wieder zur alter Leistung verhelfen zu können. Die Rede ist von Dele Alli.

Erst Weltklasse - dann dauerverletzt

Der heute 23-Jährige hat bereits zwei Weltklasse-Saisons absolviert. 2016/17 kam der junge Engländer auf 35 Torbeteiligungen, 2017/18 auf 31. Herausragende Zahlen für den Youngster.

In der vergangenen Spielzeit jedoch kamen die ersten Rückschläge für den Durchstarter. Immer wieder zwang der lädierte Oberschenkel Alli zu  Pausen. Satte 17 Spiele musste Tottenham auf den Spielmacher verzichten. Wenn er auf dem Platz war, hatte er wenig gemein mit dem Jungspund, der Fußball-England im Sturm eroberte.

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Auch zum Saisonauftakt im Sommer fehlte er verletzt. Nationaltrainer Gareth Southgate ließ ihn auch bei den jüngsten Länderspielen außen vor, nachdem er die Partien im September und Oktober infolge der Verletzung verpasst hatte.

Doch nun scheint Alli den Hebel wieder umlegen zu können. In den vier Spielen vor Mourinhos Amtsantritt traf er immerhin schon wieder zwei Mal. Unter Mourinho geht es weiter aufwärts.

Mourinhos spezielle Motivation

The Special One ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Mourinhos erste Worte an Alli gingen sofort viral. Um aus dem seit einiger Zeit formschwachen Spieler mehr Leistung herauszukitzeln, griff Mourinho zu einem ungewöhnlichen Mittel. Er fragte ihn: "Bist du Deles Bruder?"

Seither trifft Alli wieder und ist viel präsenter auf dem Spielfeld. Unter Mourinho erzielte er schon zwei Treffer und verbuchte zudem seinen ersten Assist der Saison.

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Der Portugiese äußerte sich nahezu überschwänglich über die Qualitäten des 37-maligen englischen Nationalspielers. "Er ist zu gut, um nicht in der Nationalmannschaft zu sein", sagte Mourinho dem TV-Sender BT Sport.

"Er ist zu gut, um nicht ein immens wichtiger Spieler für die Spurs zu sein. Und er ist auch zu gut, um nicht einer der besten Spieler auf der Welt zu sein."


Was Alli außerdem entgegenkommt, ist das modifizierten System der Spurs. Mourinho lässt im 4-2-3-1 spielen. Dies erlaubt es Alli, im Rücken von Harry Kane aufzulaufen.

Mourinho lässt Alli Freiheit

"Für mich ist Dele kein Mittelfeldspieler", sagte Mourinho zuletzt über seinen Schützling. "Wir wollen, dass er die Freiheit hat, sich mit den angreifenden Spielern zu identifizieren, das ist die beste Position für ihn."

Damit behielt er Recht. "Er spielt wirklich, wirklich gut. Ich konnte nicht mehr von ihm verlangen", schwärmte Mourinho nach dem 3:2-Sieg gegen Bournemouth. Gareth Southgate wird es mit Blick auf die EM mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben.